Morning Briefing 11. Mai Trumps Krieg

4 Kommentare

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
wenn es die Absicht von Donald Trump war, den Nahen Osten mit der Aufkündigung des Iran-Atomabkommens zu destabilisieren, dann hat der US-Präsident sein Ziel erreicht.

Quelle: Reuters
Der Iran attackierte von Syrien aus die von Israel besetzten Golanhöhen, als Vergeltung griff Israel daraufhin Dutzende Ziele im Bürgerkriegsland an.

Wenige Stunden nach der verheerenden Entscheidung flogen in der Region Raketen - erst auf die von Israel annektierten Golanhöhen, später auf iranische Militärziele in Syrien. Die Zündschnur vom Pulverfass Naher Osten brennt lichterloh.

Beinahe ohnmächtig wirken die Reaktionen der europäischen Regierungschefs. Kanzlerin Merkel stellte richtigerweise fest, dass es „wahrlich um Krieg und Frieden geht“. Eine Antwort auf die neue Lage im Nahen Osten hat sie nicht. Merkel hofft, die iranische Führung davon zu überzeugen, das Atomabkommen weiter zu erfüllen. Und wenn der Plan misslingt? Meine Kollegen haben die sieben größten Risiken des Iran-Konflikts analysiert.

Trumps Abkehr vom Atomabkommen erschüttert nicht nur den Nahen Osten, sie bedeutet auch eine Zeitenwende für das transatlantische Verhältnis. Amerika ist nicht mehr selbstverständlich der Bündnispartner Europas. Wann, wenn nicht jetzt, will Europa sein Schicksal selbst in die Hand nehmen? Nostalgie ist kein guter Ratgeber, die Selbstbehauptung Europas muss jetzt beginnen.

Quelle: Reuters
Emmanuel Macron erhielt den Karlspreis „für seine kraftvolle Vision von einem neuen Europa“.

Keiner sieht das so klar wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron: „Seien wir nicht schwach, spalten wir uns nicht, seien wir nicht ängstlich, warten wir nicht ab“, mahnte er nach der Auszeichnung mit dem Karlspreis. Macron hat Recht: Wer sich klein macht, wird klein gemacht.

Klein oder schwach sein sind nicht die Kategorien von Bill McDermott. Der SAP-Chef denkt in großen Dimensionen. Die Softwareschmiede aus Walldorf will der Amerikaner in den nächsten Jahren mindestens an die Weltspitze führen. Bisher ist McDermotts Strategie aufgegangen. Bei der Marktkapitalisierung kann schon lange kein anderer Dax-Konzern SAP das Wasser reichen. Doch hält der Höhenflug? Tanja Kewes und Christof Kerkmann sind der Frage in der aktuellen Titelgeschichte nachgegangen.

Quelle: dpa
Der SAP-Chef Bill McDermott denkt in großen Dimensionen.

Selbst wenn der SAP-Chef nicht alle hochgesteckten Ziele erreicht, ist er für viele Manager ein Vorbild. Kaum ein anderer Unternehmenslenker in Deutschland versteht es besser, seine Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu motivieren. Das Ergebnis sind steigende Umsätze und Gewinne. Johann Wolfgang von Goethe kannte das Geheimnis des Erfolgs: „Lust und Liebe sind die Fittiche zu großen Taten.“

Picasso, Monet, Matisse: Die Versteigerung der privaten Kunstsammlung von David Rockefeller bricht alle Rekorde. Bei der Auktion in New York kamen bis Donnerstag 765 Millionen Dollar zusammen - fast doppelt so viel wie bei der Versteigerung des Besitzes von Yves Saint Laurent. Besonders begehrt war Picassos „Junges Mädchen mit Blumenkorb“, das 115 Millionen Dollar erzielte. Das Schöne an der Rekord-Auktion: Der Erlös wird gespendet. Auch das ist Amerika.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Herzliche Grüße

Sven Afhüppe
Chefredakteur

Hier können Sie das Morning Briefing abonnieren.

Morning Briefing: Alexa
Startseite

4 Kommentare zu "Morning Briefing 11. Mai: Trumps Krieg"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Robbie McGuire -

    Ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Bush und Obama - wer liegt vorne in der Destabilisierung?

    Egal, oder?

    Beide haben eine Katastrophe hinterlassen und unermessliches Leid über Menschen ausgeschüttet.

    Die Muslime wollen die Welt erobern und der Iran ist eine Speerspitze. Syrien war ein Bollwerk gegen die Islamisten.

    Also - alles wie immer kompliziert ...

  • Wenn die erdowahn gesteuerte Türkei in Syrien einmarschiert ist wohl auch Trump schuld?
    Es wird Zeit, dass man endlich die Realität sieht......

  • Herr Ingo Noack - 11.05.2018, 08:02 Uhr
    So, so Clinton und Obama haben den Nahen Osten destabilisiert. Ist das Ihre ehrliche Feststellung?

    Der größte Instabilisator ist ja bisher eindeutig G. W. Bush. Stichwort Irak. Und die Aktion von Trump mit seinem Flüsterer Netanjahu gegen den Iran ist auf dieser Blaupause angelegt.

  • Trump will den Nahen Osten destabilisieren?

    Seitdem Obama & Clinton den Nahen Osten destabilisiert hat, kann man im Fall von Iran nur so wie Trump handeln.

    Mit eindeutiger Stärke und sonst nichts - denn der Iran ist expansiv, finanziert Terroristen und die Hisbollah mit neu verdienten Euros.

    Seitdem das Embargo aufgehoben wurde schwelgen die Terroristen in Champagnerlaune.

    Eine Appeasement-Politik wird von den Mullahs als schwäche der Ungläubigen angesehen.

    Erst will der Iran (und alle anderen muslimischen Staaten auch) Israel zerstören und danach ist Europa dran - dankenswerterweise hat Frau Dr. Merkel & Co hierzu den Weg bereitet.

    Leider hat die Bild Zeitung zu diesem Thema eine dezidiertere Meinung als das Handelsblatt.

    Jede deutsche Firma die mit dem Iran Geschäfte macht, trägt zum Untergang Israels und letztendlich Europas bei, denn bei jedem Geschäft kassieren die Mullahs mit ab.

    Das einzig positive war, dass der Iran Baschar al-Assad in Syrien stabilisiert hat.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%