Morning Briefing 13. Februar Hausfrau oder Bundeskanzlerin

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
Andrea Nahles hat ihren absoluten Willen zur Macht schon früh zu Papier gebracht. In ihrer Abizeitung nannte sie als Berufswunsch zwei Optionen: Hausfrau oder Bundeskanzlerin.

Quelle: dpa
SPD-Politikerin Andrea Nahles kommt ihrem politischen Traum einen großen Schritt näher.

Mit der Wahl zur kommissarischen SPD-Vorsitzenden kommt Nahles ihrem politischen Traum einen großen Schritt näher. Doch Vorsicht: Der Parteivorsitz der SPD ist mindestens so unsicher wie der Trainerposten beim Hamburger SV – mit dem Unterschied, dass die Abfindung deutlich kleiner ausfällt.

Quelle: Reuters
Angela Merkel: Der Kampf um die schwarze Null im Bundeshaushalt ist vorprogrammiert.

Angela Merkel kann sich kaum freuen über die starke Frau der SPD. Andrea Nahles steht nicht nur für vulgären Sprachgebrauch im Umgang mit der Union („Ab morgen kriegen sie in die Fresse“), sondern auch für eine radikale Umverteilungspolitik. Der Kampf um die schwarze Null im Bundeshaushalt ist damit vorprogrammiert. Für die Union sind neue Schulden tabu, Andrea Nahles nennt das Politikgestaltung.

Quelle: AP
US-Präsident Donald Trump: Der Weltkrieg um Wohlstand geht in die nächste Runde.
(Foto: AP)

Die jüngste Umfrage zeigt, was die Bürger von einer neuen Großen Koalition halten: nichts. Die Union fällt unter die 30-Prozent-Marke, die SPD kommt nur noch auf 16,5 Prozent – und damit auf etwas mehr als die AfD. Wären die Umfragewerte die Aktienkurse der Parteien, würde jeder Bankberater zum Verkauf raten. Und selbst wenn in einigen Wochen eine Regierung aus Union und SPD stehen sollte, dürfte sich am Abwärtstrend der beiden Parteien kaum etwas ändern. „Das Volk versteht das meiste falsch, aber es fühlt das meiste richtig“, wusste schon Kurt Tucholsky.

Kurt Tucholsky: „Das Volk versteht das meiste falsch, aber es fühlt das meiste richtig.“

Was die amerikanische Bevölkerung von ihrem Präsidenten hält, wissen wir. Die Mehrheit hält nicht viel von Donald Trump. Als Stimmungsmacher hat Trump nun einen 1,5-Billionen-Dollar-Plan zur Sanierung der maroden Infrastruktur vorgelegt. Der US-Präsident hat sogar schon eine Idee, wie das nationale Beglückungsprogramm finanziert werden soll – mit einer Vergeltungssteuer für ausländische Unternehmen aus Ländern, die US-Produkte mit Zöllen belegen. Der Weltkrieg um Wohlstand geht in die nächste Runde.

Um Geld geht es auch beim Steuerhinterziehungsmodell „Goldfinger“. Durch Steuertricks mit Goldgeschäften haben Topverdiener den deutschen Fiskus um mehrere Milliarden Euro gebracht, hat das Investigativteam des Handelsblatts recherchiert. 106 beschuldigte Investoren und Berater werden deshalb wegen Steuerhinterziehung verdächtigt, sieben von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Richtig so, Steuerhinterziehung ist Diebstahl am Gemeinwohl.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag.

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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