Morning Briefing 14. Mai Ivanka Trump – Botschafterin ohne Titel in Israel

Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Diplomatie der selbstbewussten und der selbstsuchenden Art steht heute auf dem Spielplan im Globe Theatre. Für die Inszenierung von Kraft sorgt wie gewohnt der unvermeidliche Donald Trump, der Tochter Ivanka zur Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem (vorher in Tel Aviv) schickt.

Quelle: Reuters
Ivanka Trump ist für die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem.

Anlass: 70 Jahre Unabhängigkeit Israels. Die Familienbotschafterin ohne Titel ist die telegene Antithese zu den Protesten von Hunderttausenden Palästinensern im Gaza-Streifen – für die Ost-Jerusalem ihre Hauptstadt ist. Gewalt möglich. Auch die beste PR ändert nichts an diesem Pulverfass.

Die Zögernden, Suchenden auf der Weltbühne sind die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und der EU. Sie reden morgen in Brüssel mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif über ein Fortbestehen des Atomabkommens nach dem Ausstieg der USA. Die Runde eint die Sorge um neue Sanktionen und die Zukunft von Irans Wirtschaft. Exklusiv haben die Europäer dabei die Angst, in der Sache als amerikanische Vasallen vorgeführt zu werden. William Shakespeare, vor mehr als 400 Jahren Herr im echten Globe Theatre, hätte geraten: „Das Schlimmste fürchten, heilt oft das Schlimmere.“

Quelle: dpa
Mit den Kreditniedrigzinsen spielen CEOs Dschingis Khan beim Erobern von Weltmärkten.

Sie denken, die Finanzkrise liegt ja – Gott sei Dank – zehn Jahre zurück? Wie gut doch alles läuft, trotz der neuen Art einer aufmerksamkeitsmaximierenden Sponti-Politik? Dann könnte ihr Weltbild durch die Zahl 66 Billionen Dollar erschüttert werden. So viele Schulden haben Firmen weltweit angehäuft, eine Folge der laschen Notenbankpolitik. Mit den Kreditniedrigzinsen spielen CEOs Dschingis Khan beim Erobern von Weltmärkten oder kaufen zur Kurspflege eigene Aktien. In China übrigens machen Firmenschulden mit 20 Billionen schon rund 160 Prozent der Wirtschaftskraft des Landes aus. „Angst vor dem nächsten Crash“, heißt unsere Titelstory.

Gut 42 Prozent der Bediensteten der Deutschen Bank gehören zur Division der Unternehmens- und Investmentbank. Der verantwortliche Vorstand Garth Ritchie hat nun die Struktur neu geordnet (zwei Co-Präsidenten unter ihm, weniger als 20 statt mehr als 30 Entscheider) und intern angekündigt, die Kosten schneller zu kappen als geplant. Nun geht in der Bank die Angst vor dem längst fälligen Jobabbau um, vor allem im US-Wertpapierhandel.

Quelle: dpa
Eine neue Chance für Martin Schulz?

Der SPD ist aufgefallen, dass ihr einstiger Parteichef und Kurzzeit-Messias Martin Schulz als Hinterbänkler im Deutschen Bundestag womöglich doch nicht optimal eingesetzt ist. Nun fordern einige Partei-Meinungsmacher wie Johannes Kahrs, Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, der ehemalige EU-Parlamentschef solle Spitzenkandidat der Partei bei der Europawahl 2019 werden. Schulz kann sich ein wenig wie Cicero fühlen: „Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen.“ Als europäische Aspirantin für die Spitze der EU-Kommission haben Europas Sozialdemokraten allerdings schon eine andere Person im Blick: die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

Wenn man in München in einem Haus, in dem einst Frank Wedekind wohnte, eine Media- und Werbeagentur startet, gilt rasch die Beuys-Formel „Kunst = Kapital“. Also hat sich Gründer Peter Haller nicht nur auf Serviceplan, sondern auch auf abstrakte Bilder und Skulpturen konzentriert, mit denen er die Klientel empfängt. Seine Sammlung präsentiert er morgen Abend im Handelsblatt-Wirtschaftsclub bei einer exklusiven Führung durch sein Haus der Kommunikation. Wer dabei sein will, schreibt mir (jakobs@morningbriefing.de). Eine Handvoll Karten konnte ich zurücklegen, das Los entscheidet.

Nach den schweren Gewittern gestern droht heute die Kontinuität in Gestalt von Sturm, Starkregen und Hagel. Ich wünsche Ihnen dennoch einen angenehmen Tag. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor / Handelsblatt-Autor.

Hier können Sie das Morning Briefing abonnieren.

Morning Briefing: Alexa
Startseite

0 Kommentare zu "Morning Briefing 14. Mai: Ivanka Trump – Botschafterin ohne Titel in Israel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%