Morning Briefing 18. Januar Die Neben-Sondierung

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

am Mittwoch rutschte der Bitcoin-Kurs auf weniger als 10.000 Dollar ab und setzte damit seine Talfahrt fort. Vor Kurzem war das Internetzahlungsmittel noch rund 20.000 Dollar pro Stück wert. Vielleicht ist das ja das Wesen einer virtuellen Währung: Sobald man nach ihr greift, fasst man ins Leere.

Quelle: dpa
Bitcoin: Wahrscheinlich ist die Kryptowährung eine Spielart der Illusionskunst.

Wahrscheinlich ist der Bitcoin gar nicht Teil der Finanzwirtschaft, sondern eine Spielart der Illusionskunst. Enttäuschte Anleger sollten sich mit David Copperfield in Verbindung setzen.

Quelle: AP
Donald Trump: Die neuen Steuergesetze des US-Präsidenten wirken offenbar wie gewollt.

Die neuen US-Steuergesetze wirken offenbar so, wie Donald Trump es gewollt hat. Apple jedenfalls nutzt die neuen Regeln, um im Ausland gehortete Milliarden in die USA zurückzuholen. Der Technologiekonzern will in den nächsten fünf Jahren rund 30 Milliarden Dollar dieser bislang vor dem Fiskus versteckten Gelder in den USA investieren und damit 20.000 neue Jobs schaffen. Wenn andere Firmen dem folgen, steht Trump womöglich bald als Held der Arbeit da. Indem er neue Jobs schafft, rettet er seinen.

Quelle: dpa
Angela Merkel und Horst Seehofer während der Sondierungen.

Erst müssen die Sachfragen geklärt sein, dann wird über Personen gesprochen. Das behaupten alle drei am Koalitionspoker beteiligten Parteien. In Wahrheit ist die wichtigste politische Frage des Parteienstaates – Was wird aus mir? – für die drei Akteure Horst Seehofer, Martin Schulz und Angela Merkel de facto entschieden.

Quelle: dpa
Martin Schulz wird für seinen Umfaller mit dem Posten als Merkels Vizekanzler und Außenminister belohnt.

Gemäß dieser bereits weit fortgeschrittenen internen Klärungen, einer Art Neben-Sondierung von CDU, CSU und SPD, wird Martin Schulz für seinen Umfaller mit dem Posten als Merkels Vizekanzler und Außenminister belohnt. Wenn schon umfallen, dann weich. Und immer an Europa denken.

Quelle: dpa
Horst Seehofer übernimmt das mächtige Arbeits- und Sozialministerium.

Horst Seehofer übernimmt das mächtige Arbeits- und Sozialministerium, das durch den Wechsel von Andrea Nahles auf den SPD-Fraktionsführer-Job frei geworden ist. Das von Wolfgang Schäuble bereits geräumte Finanzressort fiele gemäß der Absprachen an den Hamburger Ersten Bürgermeister Olaf Scholz, der sich noch nicht gänzlich zum Jobwechsel entschieden hat. Den Hamburger Wählerinnen und Wählern hatte er nämlich anderes versprochen. Aber das ist auch schon wieder ein paar Wochen her.

Quelle: dpa
Sigmar Gabriel: Der derzeitige Außenminister könnte bald ohne Stuhl dastehen.

Die CDU erhielte im Gegenzug erstmals seit Kurt Schmückers Zeiten wieder das Wirtschaftsministerium. Die Innere Sicherheit bliebe in den Händen von Thomas de Maizière, Verteidigung bei Ursula von der Leyen. Der innerparteiliche SPD-Rivale Sigmar Gabriel, so das Kalkül von Schulz, würde bei dieser Reise nach Jerusalem wie von Zauberhand ohne Stuhl dastehen. Das wiederum soll der Basis nicht als Brudermord, sondern als bedauerlicher Unfall verkauft werden. Die Musik hat einfach aufgehört zu spielen. Irgendwie fehlte ein Stuhl. Jetzt muss der für Sonntag angesetzte SPD-Parteitag nur noch seiner eigenen Irreführung zustimmen.

Quelle: Reuters
Maybrit Illner: Die ZDF-Moderatorin lädt zwei Leserinnen und Leser des Morning Briefings zu ihrer heutigen Sendung ein.

Um das Thema der schwierigen Regierungsbildung in Deutschland soll es auch heute Abend bei Maybrit Illner gehen. Die ZDF-Talkshow-Queen lädt zwei Leserinnen und Leser des Morning Briefings ein, bei ihrer heutigen Sendung um 22:15 Uhr im ZDF-Hauptstadtstudio dabei zu sein. Gemeinsam mit der stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden Julia Klöckner, dem Juso-Chef Kevin Kühnert und Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Stephan Weil werden wir dort versuchen, die politische Szenerie auszuleuchten. Wer Lust hat, mich in die Live-Sendung zu begleiten: Bitte melden! steingart@morningbriefing.de

Zum zehnten Mal zeichnete das Handelsblatt am Mittwochabend bedeutende deutsche Familienunternehmer aus.

Heute Nacht wurden zum zehnten Mal bedeutende Familienunternehmer unseres Landes in die Handelsblatt Hall of Fame aufgenommen – moderiert von Judith Rakers im Münchner Charles Hotel. Im Beisein von Privatbankier Friedrich von Metzler, Underberg-Chefin Hubertine Underberg-Ruder, Beraterlegende Roland Berger, Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle und KPMG-Vorstandschef Klaus Becker feierten die rund 150 Gäste ein Woodstock der Unternehmerkunst.

Beraterlegende Roland Berger (l.) und Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart beim Tischgespräch.

Anders als im amerikanischen Woodstock des Jahres 1969 allerdings waren diesmal keine bewusstseinserweiternden Drogen im Spiel. Das Aufputschmittel der Familienunternehmer ist die Zuversicht. Den ausführlichen Bericht über die Preisträger und ihre Laudationes finden Sie in unserer morgigen Zeitung.

Ich wünsche Ihnen einen ausgeruhten Start in den neuen Tag. Es grüßt Sie auf das herzlichste ihr

Gabor Steingart
Herausgeber

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