Morning Briefing 23. Januar Merkel wartet

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
Angela Merkel muss sich gedulden. Ihre Vertragsverlängerung durch die SPD-Bundestagsfraktion wird sich weiter verzögern. Nach dem knappen Votum auf dem Parteitag muss SPD-Chef Martin Schulz erst noch entscheiden, mit welcher Strategie er in die Gespräche zur Regierungsbildung startet.

Quelle: AP
Angela Merkel: Innerhalb der CDU baut sich Widerstand gegen eine allzu große Gefügigkeit der Kanzlerin auf.

Die SPD-Mitglieder erwarten, dass ihr Chef endlich fette Beute macht. Auf CDU-Seite baut sich bereits Widerstand gegen eine allzu große Gefügigkeit der Kanzlerin auf. Die Führungsreserve der Konservativen ist alarmiert. Der Kevin der CDU heißt Jens.

Quelle: Reuters
Andrea Nahles und Martin Schulz: Die SPD-Politikerin läuft ihrem Parteichef in aller Loyalität den Rang ab.

In der SPD steht Martin Schulz nach dem Parteitag deutlich geschwächt da. Die interne Fraktionssitzung am gestrigen Montag wurde einmal mehr zur Bühne von Andrea Nahles, die ihrem Parteichef in aller Loyalität den Rang abläuft. Sie bekämpft ihn nicht. Sie lauert bloß.

Quelle: AFP
Donald Trump: Der US-Präsident ist das Problem, als dessen Lösung er auftritt.

Zum Weltwirtschaftsforum in Davos werden heute mehr als 3.000 Teilnehmer in dem Schweizer Skiort erwartet, darunter Staats- und Regierungschefs wie US-Präsident Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch Topmanager wie Blackrock-Boss Larry Fink und Sheryl Sandberg sind dabei, wenn über globale Ungerechtigkeit und den Aufstieg des Populismus gesprochen wird. Keiner ist als Keynote-Speaker derart überqualifiziert wie Donald Trump: Der Mann kennt schließlich beide Seiten. Er ist das Problem, als dessen Lösung er auftritt.

Quelle: AFP
Türkische Soldaten in Syrien: Das Pulverfass Nahost verfügt seit gestern über eine zusätzliche Lunte.

Die Türkei mischt sich militärisch in Syrien ein. Erdogan lässt die von den USA unterstützte kurdische Miliz YPG angreifen. Dabei war es vor allem die YPG, die das Kalifat des Islamischen Staates zerschlagen hat. Viele prophezeien nun den Verrat Washingtons an den kurdischen Verbündeten – zugunsten des Nato-Partners Erdogan. Der kurdische Traum von der Autonomie wäre gescheitert. Gestern kam es deshalb auf dem Flughafen Hannover zu einer kurdisch-türkischen Massenschlägerei mit 180 Beteiligten. Das Pulverfass Nahost verfügt seit gestern über eine zusätzliche Lunte, die – angesichts der von den Ereignissen zu Recht aufgewühlten Kurden in Deutschland – bis in unsere Städte reicht.

In den nächsten drei Tagen debattieren Experten die Zukunft der Energiebranche.

In wenigen Stunden öffnet die große Handelsblatt-Energietagung in Berlin ihre Tore – für 1200 Entscheider, die an drei Tagen und zwei Nächten die Zukunft dieser Schlüsselindustrie debattieren werden. Mit dabei sind der Vorstandsvorsitzende von Eon, der Chief Innovation Evangelist von Google, der CEO von Fortum und mit Frank Thelen ein Investor und Gründer, dessen Wagemut viele bewundern. Gerade für die von politischen Vorgaben hart getroffene Energieindustrie gilt: Zukunft ist das, was wir daraus machen.

Die Handelsblatt Media Group lädt zum Neujahrsempfang in die Französische Friedrichstadtkirche ein.

Am Abend dann lädt die Handelsblatt Media Group mit ihren Chefredakteuren und Geschäftsführern zum Neujahrsempfang in die barocken Gewölbe der Französischen Friedrichstadtkirche auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Ich freue mich auf Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und das Establishment des politischen Berlins, auf eine Kabarettistin der „heute-show“, die uns mit erlesenem Humor auf die Ereignisse dieser Tage blicken lässt und auf eine junge Dichterin, die unsere Gäste verzaubern wird. Ich hoffe das nicht, ich weiß es. Mehr wird nicht verraten.

Ich wünsche Ihnen einen kraftvollen Start in den neuen Tag. Herzlich grüßt Sie Ihr

Gabor Steingart
Herausgeber

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3 Kommentare zu "Morning Briefing 23. Januar: Merkel wartet"

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  • Merkel wartet und Schulz träumt. Schulz träumt von Brüssel, eine schöne Zeit war das dort.
    Da war er noch wichtig, da gab es nicht so viel Arbeit und da hat sich keiner getraut aufzumucken. Aber dort wollten sie ihn ja nicht mehr haben.

  • Politiker sind Beamte.

    Und so enscheiden und handeln sie auch.

  • "Merkel wartet"... gibt es keine neueren Nachrichten? Wieder wird sie sich um Verantwortungsübernahme drücken, keine Entscheidungen treffen oder diese revidieren.
    Man wehrt sich gegen Neuwahlen, weil man Angst vor der rechten Fraktion hat. Meine Meinung: Hier wird das Problem nur auf die nächste Bundestagswahl verschoben. Bis dahin wird die SPD weiter verlieren - ebenso wie die CDU/CSU. Aber so ist das in unserem Land: Statt sich der Probleme hier und jetzt zu stellen wird einfach nur aufgeschoben. Getreu der Devise: "Nach mir die Sintflut."

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