Morning Briefing 26. Februar Merkel, doppelt trickreich

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
Angela Merkel hält Wort: Im vierten Kabinett der CDU-Chefin sitzen nicht nur neue, sondern auch junge Köpfe. Mit der Ernennung von Dauer-Kritiker Jens Spahn zum Gesundheitsminister kommt Merkel zudem den enttäuschten Konservativen in der Partei entgegen.

Quelle: dpa
Angela Merkel will die Riege der CDU-Minister in ihrem Kabinett verjüngen.

Deshalb entsteht noch keine Jubelstimmung in der CDU, aber ein Aufstand ist erst einmal abgewendet. Die Verlängerung der Kanzlerschaft bedeutet offenbar mehr als persönliche Befindlichkeiten.

Quelle: dpa
CDU-Chefin Merkel will den Finanzstaatsekretär Jens Spahn zum Gesundheitsminister machen.

Die Berufung des CDU-Hoffnungsträgers ins Kabinett ist doppelt trickreich. Nicht nur schrumpft die Unruhe in der Partei, Spahn muss sich zudem der Kabinettsdisziplin unterwerfen und kann weniger als scharfer Merkel-Kritiker auftreten. Ob er als Gesundheitsminister glänzen kann, ist ungewiss. Die Themen sind vielfältig: Zwei-Klassen-Medizin, Ärztemangel auf dem Land, Pflegenotstand, Kostenexplosion. Doch eine große Gesundheitsreform sieht der Koalitionsvertrag nicht vor. Wenn Spahn keine eigene Agenda entwickelt, könnte es schnell sehr ruhig um ihn werden.

Quelle: dpa
Am 4. März soll das Ergebnis des SPD-Votums bekanntgegeben werden.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil wirbt gerade mit Hochdruck bei den SPD-Mitgliedern für den Koalitionsvertrag. In einem Interview erklärte er jetzt, wie er die Partei verjüngen will: mit einer Jugendquote! Irgendwie befinden sich die Sozialdemokraten auf einem Quotentrip - erst eine Quote für Frauen, jetzt eine für Jugendliche. Fehlt nur noch eine Quote für kluge Politik. Das ist das wirksamste Mittel gegen schlechte Umfragewerte. Aber dafür gibt es wahrscheinlich keine Mehrheit.

Quelle: Reuters
Das Geld aus Fernost ist bei Daimler willkommen, doch der heimliche Einstieg verärgert die Führung.

Unruhige Zeiten für Daimler-Chef Dieter Zetsche: Kurz vor Börsenschluss am vergangenen Freitag hat der chinesische Autokonzern Geely bekannt gegeben, fast zehn Prozent am Stuttgarter Autobauer zu halten. Das Geld aus Fernost ist bei Daimler willkommen, der heimliche Einstieg verärgert die Daimler-Führung hingegen. Der neue Großaktionär soll erst einmal keinen Sitz im Aufsichtsrat bekommen, haben meine Kollegen Markus Fasse und Martin Murphy aus Unternehmenskreisen erfahren. Geld ohne Einfluss - das Konzept wird Geely kaum akzeptieren.

Quelle: Reuters
Der Geely-Chef Li Shufu hat in China den Spitznamen „der verrückte Autobauer“.

Schon heute will sich Daimler-Boss Zetsche mit Geely-Chef Li Shufu treffen. Bei dem Gespräch über schwäbische Ingenieurskunst und chinesischen Staatskapitalismus wäre man gerne dabei. In der Kombination kann für Daimler eine große Chance liegen. Zukunft ist, was man daraus macht - gerade wenn unvorhergesehene Dinge passieren.

Ich wünsche Ihnen einen zuversichtlichen Start in die Woche. Herzliche Grüße,

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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  • Um das drohende Dieselfahrverbot hat sich Merkel auch nicht gekümmert. Sie läßt es laufen, wie es läuft, bis es andere für sie regeln. Und wenns dumm kommt, Pech gehabt.
    Ohne Diesel sehen die Supermarktregale schnell leer aus. Die Handwerker kommen auch nicht mit dem Fahrrad. Die drohende Enteignung der Pendler, die zwangsweise vom Land in die Stadt fahren müssen, um dort ihre Lesitung zu bringen, ist die größte Frechheit. Die fahren Diesel, weil sie sparen müssen. Die können sich nicht mal eben so ein anderes Auto kaufen und plötzlich 30 % höherere Spritkosten verkraften.

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