Morning Briefing 4. Mai Zukunft neu denken

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
wer das Foyer der neuen Handelsblatt-Zentrale in Düsseldorf betritt, findet auf einem großen Transparent an der Decke diesen Satz: „Zukunft ist, was wir daraus machen“. Mit dieser Überzeugung fand in dieser Woche zum sechsten Mal der Handelsblatt-Zukunftskongress Pathfinder im Berliner Tempodrom statt. 800 Nachwuchsführungskräfte haben mit internationalen Experten über exponentielles Wachstum, Vertrauen und das Verhältnis von Mensch und Maschine diskutiert. Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius hat auf den Punkt gebracht, worauf es in Zeiten von Digitalisierung und Disruption ankommt: „Don't be afraid to rethink everything!“

Alles überdenken - die Forderung klingt einfacher, als es in Wirklichkeit ist. Die Angst vor Veränderungen und einer unbekannten Zukunft lähmt viele Menschen. Wie (überlebens)wichtig Veränderungen sind, wusste aber schon der US-Unternehmer Henry Ford. Seine Mahnung: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

Quelle: getty images (M) Uwe Beyer
Digitale Revolution: Daten werden zum wichtigsten Produktionsfaktor unserer Volkswirtschaft, der Kapitalismus wird neu definiert.
(Foto: getty images (M) Uwe Beyer)

Dass die Digitalisierung Wirtschaft und Gesellschaft radikal verändert, ist bekannt. Doch die Auswirkungen von Big Data sind noch viel größer. Daten werden zum wichtigsten Produktionsfaktor unserer Volkswirtschaft, der Kapitalismus wird neu definiert. Passend zum 200. Geburtstag von Kapitalismuskritiker Karl Marx hat mein Kollege Christian Rickens eine kluge Analyse über diese nächste Revolution geschrieben. Pflichtlektüre für alle, die die moderne Marktwirtschaft verstehen wollen.

Deutschland hat zwar kein Silicon Valley, aber eine spannende Gründer-Szene. Zu diesem Schluss kommt auch die kalifornische Silicon Valley Bank, die demnächst eine Filiale in Frankfurt eröffnen will, um Wagniskapital für deutsche Start-ups zu verteilen. Die Nachricht ist wie ein Ritterschlag für den hiesigen Gründer-Standort. Deutschland hat zwar kein Amazon, Facebook oder Google. Aber: Hidden Champions sind auch Champions.

Die Bundesregierung hat eine Rentenkommission eingesetzt, die Vorschläge für eine nachhaltige Alterssicherung machen soll. Das Problem: Die Große Koalition will per Gesetz festlegen, dass das Rentenniveau bis 2025 auf dem heutigen Stand von 48 Prozent gehalten werden soll, zudem soll der Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen. So steht mehr oder weniger schon fest, wer der Verlierer weiterer Rentenreformen sein wird: der Steuerzahler. Wer sonst.

Quelle: dpa
Martin Winterkorn: Das US-Justizministerium wirft dem Ex-VW-Chef vor, Teil einer Verschwörung gegen US-Umweltgesetze gewesen zu sein.

Rückkehr der Dieselkrise: Das US-Justizministerium hat den früheren Volkswagen-Chef Martin Winterkorn wegen Mittäterschaft angeklagt. Winterkorn wird vorgeworfen, Teil einer Verschwörung gegen US-Umweltgesetze gewesen zu sein. Für den ehemaligen Auto-Boss gilt die Unschuldsvermutung. Doch das Verfahren könnte das liefern, was Volkswagen selbst bisher nicht geschafft hat: echte Aufklärung.

VW-Chef Herbert Diess hat auf der Hauptversammlung des Autokonzerns mit Demut und Selbstkritik für Vertrauen bei den Aktionären geworben. Volkswagen müsse „noch ehrlicher, offener und anständiger“ werden, mahnte er. Nötig sei eine offene Unternehmenskultur, in der Widerspruch nicht erstickt, sondern belohnt werde. Es scheint, als ob der neue CEO wirklich denkt, was er sagt. Wünschenswert wäre es.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames und sonniges Wochenende.

Ihr Sven Afhüppe
Chefredakteur

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