Handelsblatt-Reise durch China
Vertrautes Territorium

Die Delegation der Handelsblatt-Reise vernetzt sich in Jiangsu mit der örtlichen Wirtschaft. Schon jetzt zieht die chinesische Provinz viele deutsche Unternehmen an – und erwartet noch mehr.
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NanjingEs war wie Speed-Dating für Menschen mit Unternehmergeist. Chinesische und deutsche Unternehmenschefs hatten jeweils nur wenige Minuten Zeit, sich kennenzulernen - doch häufig gab schon in dieser Zeitspanne das Bauchgefühl den Ausschlag für eine mögliche Zusammenarbeit. „Da könnte sich durchaus etwas anbahnen“, sagt Raimund Wilhelmi von dem Klinikbetreiber Buchinger Wilhelmi. Der Geschäftsmann Sun Rui aus Nanjing, der selbst über einen Hintergrund in der Medizin verfügt, will künftig stärker auf das schnelle Wachstum des Gesundheitssektors in seinem Land setzen. „Wir könnten Traditionelle Chinesische Medizin nach Deutschland bringen“, sagt Sun. „Gleichzeitig sehe ich auf der chinesischen Seite riesiges Interesse an Therapien aus Deutschland.“

Ob tatsächlich eine Kooperation zustande kommt, wird sich erst später bei detaillierteren Gesprächen zeigen. Klar ist aber: Ein Anfang ist gemacht, so wie bei zahlreichen anderen Mitreisenden von „Handelsblatt on Tour“, die erste Kontakte zu möglichen Partnern in China geknüpft haben.

„Es handelt sich bei dieser Veranstaltung um eine exzellente Gelegenheit, die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern zu vertiefen“, glaubt Tang Heng, Vizechef des Außenministeriums von Jiangsu. „Die Vernetzung unserer Provinz mit Deutschland nützt definitiv beiden Seiten.“ Interessierte chinesische Unternehmen waren am Donnerstag aus der ganzen Region in die Hauptstadt Nanjing zu der Firmenkontaktveranstaltung angereist.

Die Provinz Jiangsu hat sich zu einem Hotspot für deutsche Investitionen entwickelt. Ein wichtiger Grund ist die Lage: Sie grenzt an die Megametropole Shanghai und ist durch den Yangzi-Fluss an das weltweite Schifffahrtsnetz angeschlossen. Vor allem aber konzentrieren sich hier potenzielle Abnehmer für Waren aller Art. Internationale Großunternehmen betreiben in der Region Fabriken und sind auf Zulieferer angewiesen. Dazu kommen chinesische Firmen als Abnehmer, darunter allein 1,5 Millionen Privatunternehmen, wie Tang betont.

Für die Hersteller von Produkten für den Endkunden wiederum ist die Kaufkraft der Provinz interessant: Jiangsu ist reich - die Verbraucher hier haben bereits ähnlich viel Geld in der Tasche wie die Bewohner entwickelter Länder.

Fast alle Teilnehmer der Handelsblatt-Tour trafen in Nanjing auf neugierige Chefs chinesischer Firmen, die internationaler werden wollen. „Wir sehen das als wichtige Chance, unser Netzwerk zu erweitern“, sagt Zhou Hongwei, Chef des Software-Dienstleisters Hoperun. Er macht bereits einen großen Teil seines Umsatzes mit japanischen Kunden, sieht aber bei deutschen Abnehmern ebenfalls Bedarf.

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