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Internationale Presseschau vom 1. September 2009: Disney Marvel: Heldenhafte Übernahme?

Die internationale Wirtschaftspresse ist geteilter Meinung, ob Disneys Vier-Milliarden-Übernahme des Comic-Verlags Marvel ein Erfolg wird. Die Financial Times beteiligt sich an der Banker-Boni-Diskussion. Der Business Spectator sieht Australien in der Pole Position für die Zeit nach der Krise. Fundstück: Goldman Sachs gar nicht so schlau.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.
Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

"Nur wer an Superhelden glaubt, hält wohl auch Disneys Übernahme des Superhelden-Königreichs Marvel für einen möglichen Erfolg", spottet das Wall Street Journal. Der Preis, den Disney für Marvel zahle, sei rund 23 Mal höher als der erwartete Gewinn des kleineren Wettbewerbers. Disneys begründe den Deal damit, mehr Geld mit den unzähligen Marvel-Figuren wie "Spiderman", "X-Men" und "Hulk" verdienen zu wollen. Allerdings hätten zahlreiche Unternehmen die Lizenzen für die bekanntesten Figuren bereits erworben, um sie in Filmen, Animationen, Themen-Parks und Zeitschriften verwenden zu können. "Es dürfte Disney also schwer fallen, die neu erworbenen Charaktere zu kontrollieren", schreibt die Zeitung. Das Bemerkenswerteste an dem Deal sei, dass Disney ihn in Zeiten eingehe, in denen das Internet einen dunklen Schatten auf den tatsächlichen Wert von Unterhaltungs-Inhalten werfe. "Nur Superhelden können das gutheißen", stichelt das Blatt.

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Der Kauf des Marvel-Verlags koste den Mickey-Mouse-Konzern viel Geld, könnte sich aber schon bald lohnen, schreibt dagegen die Financial Times Deutschland . "Keine Frage, 4 Mrd. $ sind viel Geld für Comicfiguren - zu viel", meint das Blatt. Immerhin seien die Disney-Kurse an der Börse nach dieser Nachricht kräftig gesunken. Allerdings seien die Marvel-Figuren eine perfekte Ergänzung zum Disney-Portfolio. "Spiderman, Hulk und Co. sind moderne, oft gespaltene Figuren, die ein erwachseneres und vor allem männlicheres Publikum ansprechen als die Märchen von Prinzessinnen und Meerjungfrauen, mit denen der Konzern bisher einen guten Teil seines Geldes verdient", argumentiert die Zeitung. Zudem hätten die Marvel-Helden bereits bewiesen, dass sie sich hervorragend in Filmen und Videospielen einsetzen lassen. "Der dritte Grund für die Übernahme ist die ungeheure Vermarktungsmaschinerie von Disney, die mit neuen Figuren gefüttert werden will".

Wenn Disney vier Milliarden Dollar für die Übernahme von Marvel zahlt, dann haben die Investoren des Comic-Verlags ihren Einsatz bei dem Unternehmen mehr als vervierfacht, schreibt das Fortune-Magazin. Das sei ein heroisches Ergebnis für ein Unternehmen mit Kultstatus, das in den 90er Jahren mehrfach Insolvenz beantragen musste. Marvel habe sich in den letzten Jahren in eine Art "Mini-Disney" verwandelt. "Disney kauft Marvel zum Zeitpunkt, als das Unternehmen sich vom Lizenzieren ihrer Figuren an andere Studios verabschiedet, um selbst ein Studio zu werden", analysiert das Magazin. Neben Film habe Marvel auch noch Fernseh-, Digital-, und Fanartikelabteilungen sowie ein stattliches Geschäft mit den - immer noch gedruckten - Comicbüchern. Jede Sparte könne durch das Einfließen in die viel größere Disney-Plattform deutlich ausgebaut werden, meint das Magazin

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