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Internationale Presseschau vom 10.7.2009: Angst und Schrecken am Finanzplatz London

Die internationale Wirtschaftspresse zeigt die Auswirkungen der geplanten Regulierungsreformen auf das Finanzzentrum London. Fortune untersucht den Restrukturierungskurs von Dieter Zetsche bei Daimler. Expansión beobachtet die Turbulenzen bei Iberia. Die Business Times animiert Singapurs Privatbanken zur Expansion. Fundstück: Schwarze Schafe in weißen Westen.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.
Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Die Vorschläge der EU-Kommission zur Regulierung von Hedge-Fonds und der mögliche Versuch der Finanzzentren von New York, Paris und Frankfurt, London Marktanteile abzujagen, sorgen in London für Angst und Schrecken. Die Lobby der Finanzindustrie warnt vor einem transatlantischen Regulierungskrieg, während die Regierung eine Massenflucht aus der City befürchtet. Dass registrierte Hedge-Fonds-Manager Investoren die Anlagestrategien und eingesetzten Hebel künftig offenlegen oder sich Fonds, die ihren Sitz außerhalb der EU haben, aber in der Union ihre Produkte anbieten, ab 2014 mit einer Art "EU-Pass" auf die Einhaltung von Vorschriften verpflichten müssen, seien eigentlich laxe Auflagen, meint die Börsen-Zeitung. "Was von Brüssel gefordert wird, sollte für 'ehrbare Kaufleute' selbstverständlich sein." Zwar würden ein wieder erstarkendes New York, neue Zentren in Asien und Nahost oder gar die Schweiz der Metropole an der Themse etwas Wasser abgraben. "Doch wer in der City glaubt, der Finanzplatz könne von außen in den Grundfesten erschüttert werden, hat zu wenig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten: Denn den Ruf und das Standing ruinieren kann London selbst am besten."

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Das Wall Street Journal wirft der britischen Regierung vor, die Ursachen der "Finanzpanik" nicht verstanden und außerdem keine Perspektive für die Zukunft zu haben. Der am Mittwoch von Finanzminister Alistair Darling vorgestellte Plan zur Reform der Finanzaufsicht gehe davon aus, dass eine Milliarden Pfund schwere Asset-Blase einfach durch die Lücken der Finanzaufsicht gerutscht sei - weshalb eine veränderte bürokratische Struktur erforderlich sei, um die Lücken zu schließen. Tatsächlich lägen die Ursachen der Finanzkrise viel tiefer, etwa bei der Geldpolitik: Die Bank of England habe die "Subprime-Manie" der Banken durch niedrige Zinsen befeuert und die daraus resultierende Immobilienblase nicht erkannt.

Die Financial Times fängt das Echo zur geplanten Reform der britischen Finanzaufsicht in der Londoner City ein, das weitestgehend negativ ausgefallen sei. Besonders die veränderte Entschädigung von Kunden einer Pleitebank sei umstritten: Bisher sei diese im Anschluss an eine Pleite vorgenommen worden, künftig sollten die Banken diese Entschädigung vorfinanzieren, was laut FT eine teure Bürde sei. "Eine große Insolvenz wird immer einen Eingriff des Staates erfordern", zitiert das Blatt den Manager einer großen Bank. "Mit der Reform werden die Entscheidungen einfach nur für die Zeit nach der Wahl aufgeschoben", erklärt ein andere Banker.

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