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Internationale Presseschau vom 18.5.2009: VW Porsche: „Ein lächerliches Trauerspiel“

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert die neuerliche Eskalation im Streit der Familienclans von VW und Porsche um eine mögliche Fusion. Die Financial Post erläutert, warum Gold die neue Weltwährung und China in einer Machtposition ist. Der Economist sieht die Eurozone in einem riesigen Loch. Fundstück: Frust in der Geschäftswelt fördert den Spaß zu Hause.

Ein Blick in die internationale Wirtschaftspresse.
Ein Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

"Aus dem Machtkampf um die Vorherrschaft im neuen VW-Porsche-Konzern ist mittlerweile eine harte Schlacht geworden - eine Schlacht ohne Ziel", kommentiert die Financial Times Deutschland (FTD) die aktuelle Entwicklung. Denn bei der Aussetzung der Fusionsgespräche handele es sich nur um einen Nebenkriegsschauplatz: "Es ist sinnlos, dass Porsche und VW über die Struktur des neuen Konzerns verhandeln, solange die Porsche-Eigentümer intern noch nicht geklärt haben, wofür sie dabei überhaupt kämpfen wollen." Und VW brauche Porsche nicht. Der Kampf, der über die Zukunft beider Konzerne entscheide, finde nicht zwischen Wolfsburg und Stuttgart statt, sondern im Porsche-Aufsichtsrat: Die Kernfrage sei, wer im neuen Konzern das Sagen hat. "Dabei sind die Chancen auf eine Einigung größer, als es die gegenseitigen Angriffe mit schwerem Geschütz der vergangenen Tage nahelegen." Denn am Ende werde sich der Clan zusammenraufen: "Die Finanzlage des Sportwagenbauers lässt eine gegenseitige Blockade beider Eigentümerfamilien nicht mehr lange zu." Derzeit sehe es so aus, dass sich Piëch durchsetzen wird: Der begnadete Strippenzieher habe die Unterstützung des VW-Großaktionärs Niedersachsen und die der mächtigen Gewerkschaften. Auch würden sich die Stuttgarter wegen ihrer finanziellen Probleme gegenüber der VW-Seite stark in der Defensive befinden. "Es ist gut möglich, dass die Entscheidung über die künftige Konzernstruktur die letzte wichtige in der VW-Porsche-Saga ist, die noch im Süden getroffen wird."

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In der Frage "Fusion oder nicht?" sieht auch das Wall Street Journal Porsche am Zuge: Die Porsche-Aufsichtsratssitzung am heutigen Montag müsse einen Weg finden und präsentieren, wie sie am besten mit den Schulden umgehen wolle, die Volkswagen-Chef Ferdinand Piëch kritisiert: "Noch hat Wolfgang Porsche die Äußerungen Piëchs nicht öffentlich kommentiert." Fakt sei, dass Porsche 2008 neun Milliarden Euro Schulden gemacht habe, um seinen Anteil an Volkswagen auf 51 Prozent zu erhöhen. "Bei Porsche immerhin ist man überzeugt, dass man die Kreditzahlungen finanzieren kann."

El Economista moniert, dass - abgesehen von der offiziellen Begründung des für die Fusionsverhandlungen verantwortlichen VW-Ausschusses - nicht klar sei, was Porsche eigentlich wolle. Dass die Fusion an den hohen Schulden Porsche gescheitert sei, findet das Blatt nachvollziehbar. Allerdings habe wohl auch die Finanz- und Wirtschaftskrise den Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht: Zu den finanziellen Schwierigkeiten von Porsche, seinen Aktienanteil an VW zu erhöhen, summiere sich die Tatsache, dass Volkswagen Porsche mühelos übernehmen könne - ohne Schulden zu machen.

Aus Sicht der SZ ist die neuerliche Eskalation zwischen VW und Porsche ein Trauerspiel: "Wer nach Gründen sucht, warum Familienunternehmen einer Kapitalgesellschaft unterlegen sind, bekommt bei Porsche ganz neues Anschauungsmaterial." Grund für den wohl bizarrsten Familienstreit sei die verwegene Idee Porsches, VW zu übernehmen. Dafür habe Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zumindest am Anfang alle fünf Familienstämme hinter sich gehabt, vermutet die Zeitung: "Dass ein hochehrgeiziger Manager ein so verrückt anmutendes Vorhaben angeht, ohne alle Gesellschafter im Boot zu haben, ist kaum anzunehmen." Doch dann sei der Familienfriede zu Bruch gegangen, die Übernahme sei zum Machtkampf geraten, der auf die Uneinigkeit zweier Personen fokussiere: Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche. "Dabei ist einfach zu erklären, wer in diesem lächerlichen Spiel der Gewinner ist: Es ist der Clan Diese Sippe wird am Ende des Streits wahrscheinlich die Hälfte von VW besitzen und damit einen Wert in Händen haben, der mehr als 30 Milliarden Euro ausmacht. Die Familie streitet aber trotzdem." Das Fazit: "Hier werden auch Vorzugsaktionäre in Mitleidenschaft gezogen, die sich sicher schon lange fragen, warum sie diesem Clan ihr sauer verdientes Geld anvertraut haben."

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