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Presseschau: Der Fall Wulffs wird zur Falle Merkels

Für die Bundeskanzlerin bedeutet der Rücktritt ihres Getreuen Christian Wulff einen politischen Rückschlag, so die Ansicht ausländischer Medien. Von der nächsten Präsidentenwahl hänge auch ihre eigene Zukunft ab.

Der französische „Figaro“ beschäftigt sich mit Christian Wulff. Quelle: Screenshot
Der französische „Figaro“ beschäftigt sich mit Christian Wulff. Quelle: Screenshot

Der Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff ist am Samstag auch in ausländischen Medien mit Blick auf die Folgen für Kanzlerin Angela Merkel kommentiert worden. Die französische Zeitung „Le Parisien“ schreibt: „Der Rücktritt stürzt das Land nicht in eine politische Krise, weil der Präsident in Deutschland nur eine repräsentative Rolle hat, aber er ist eine Schmach für Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Wulff extrem unterstützt hat.“. „Le Figaro“ analysiert: „Welche politischen Schäden diese Affäre hinterlässt, wird davon abhängen, wie schnell es Bundeskanzlerin Merkel schafft, einen Konsenskandidaten zu finden.“

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Auch die Zeitungen in Großbritannien nehmen die Konsequenzen des Rücktritts für die Bundeskanzlerin in den Fokus: „Daily Mail“: „Peinlich für Merkel - Deutscher Präsident tritt blamiert zurück, nachdem er versucht hatte, die Presse zu vereinnahmen.“ „Independent“: „Deutscher Präsident geht nach Kreditskandal - Die Entscheidung des 52 Jahre alten Konservativen zurückzutreten ist ein peinlicher Schlag für Kanzlerin Merkel, die ihren Vertrauten vor 18 Monaten persönlich für den weitgehend zeremoniellen Posten ausgesucht hatte.“ „The Guardian“ schreibt: „Christian Wulff wurde von Angela Merkel als Staatsoberhaupt ausgesucht, aber konnte den Streit über unpassende Verbindungen zu Geschäftsleuten nicht abschütteln.“

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Die tschechische Zeitung „Dnes“ schreibt am Samstag über den Rücktritt von Christian Wulff: „Angela Merkel und ihre Koalition aus Christdemokraten und Liberalen haben die Funktion des Präsidenten für Machtspiele missbraucht. Nun zeigt es sich, dass ein derart kaltblütiges politisches Kalkül letzten Endes kontraproduktiv ist. Über die derzeitige deutsche Kanzlerin heißt es, sie überlege ihre politischen Schritte wie ein Schachspieler analytisch über mehrere Züge im Voraus. Es muss ihr daher klar sein, dass von der Wahl eines neuen Staatsoberhaupts jetzt sowohl ihr eigenes als auch das Schicksal der Koalition abhängt. Sie muss auch im Interesse der Sache eine Persönlichkeit finden, zu der die Deutschen aufsehen können.“

Die linksliberale bulgarische Zeitung „Sega“ am Samstag urteilt ähnlich: „Wulffs Rücktritt ist ein schwerer Schlag für die Kanzlerin Angela Merkel und ihre Christlich Demokratische Union (CDU), weil gerade Merkel vor zwei Jahren im Parlament durchgesetzt hatte, dass der Konservative Christian Wulff - erst beim dritten Anlauf - gewählt wurde. (...) Merkel musste nun ihren geplanten Besuch in Rom absagen, wo sie die Krise in der Eurozone erörtern sollte. Sie erklärte, dass sie mit den Oppositionsparteien zusammen arbeiten möchte, um einen Konsens-Kandidaten für Wulffs Nachfolger zu finden. Mit diesem ungewöhnlichen Schritt will Merkel wahrscheinlich versuchen, eine potenziell zerreißende nationale Debatte über Wulffs Nachfolger zu einem Zeitpunkt zu vermeiden, wenn sie sich auf die Bewältigung der Schuldenkrise in der Eurozone konzentrieren möchte.“

Zur Suche nach einem neuen Bundespräsidenten schreibt die niederländische Zeitung „NRC Handelsblad“ (Abendzeitung) am Freitag: „Die große Frage ist, welche Lehre Bundeskanzlerin Merkel aus dem Fiasko der letzten zwei CDU-Bundespräsidenten zieht. Sie hatte Wulff mit Macht durchgedrückt, obwohl die SPD und die Grünen mit dem parteilosen Ostdeutschen Joachim Gauck eine ausgezeichnete Alternative boten. Aus parteipolitischen Gründen ging sie nicht darauf ein und Wulff begann mit einem Fehlstart. (...) Nun will sie mit SPD und Grünen nach einem gemeinsamen Kandidaten suchen. Hoffentlich hält sie Wort, auch wenn ihre Parteifreunde in CDU und CSU verschärft in den eigenen Reihen suchen. Und hoffentlich hat die Opposition nicht vergessen, dass sie vor zwei Jahren einen Kandidaten präsentierte, der über den Parteien stand.“

Der rechtsliberale Mailänder „Corriere della Sera“ verbindet am Samstag den Rücktritt von Christian Wulff mit der deutschen Haltung in der Schuldenkrise: „Unser Urteil in solchen Affären hängt letztlich von der Reputation eines Landes ab und dabei vor allem von dem Image, das es der Welt von sich geben will. Und deshalb erscheint uns der Fall des deutschen Bundespräsidenten schwerwiegender als die aufsehenerregenden Vorfälle in anderen Demokratien (...) Wir haben zwar Schlimmeres gesehen. Aber all dieses geschieht, während die Kanzlerin und ihre Minister Griechenland und anderen Ländern der Eurozone Lektionen in öffentlicher Moral erteilen. In der Art und Weise, wie die Deutschen in der Schuldenkrise gehandelt haben, hat es eine Arroganz gegeben, hinter der sich ein Gefühl der Überlegenheit verbarg. „Ein Bad der Bescheidenheit“ zu nehmen, das würde die Lösung der griechischen Krise begünstigen und Europa mehr Luft zum Atmen geben.“

  • 24.02.2012, 12:59 UhrAnonymer Benutzer: NGOPersonal0815

    Es sollte klar sein, warum hektisch der "passende" Winke-August gesucht wird. Expastor Gauck alias IM ´Larve´ wird sich „entpuppen“ und ESM zustimmen, anders als Köhler oder gar Wulff, die sich eindeutig gegen die Finanzmafia und den Ausverkauf unseres Landes an die Banken ausgesprochen hatten und deswegen von den Propaganda-Medien zum Abschuss freigegeben wurden. Wer von der STASI geschult wurde, auf den kann man eben zählen. Himmel hilf..

  • 20.02.2012, 09:46 UhrAnonymer Benutzer: Volkmar_Gerber

    Geht es in erster Linie um Wulff? Mir geht es in erster Linie um die BILD, die offensichtlich immer noch in der Lage ist, aus niederen Beweggründen Existenzen zu vernichten, weil die Menschen die Mechanismen nicht verstehen. Was man Wulff vorgeworfen hat, ist doch in der Summe lächerlich. Ich lebe seit mehr als acht Jahren auf Sri Lanka. Wenn hier jemand über fehlende demokratische Strukturen und Korruption klagt, so mag das seine Berechtigung haben. Doch ein Bobbycar für die Kinder, die Nutzung eines Handys, ein Kredit vom Freund des verstorbenen Vaters, ein paar Hotelübernachtungen... Das sind doch alles Peanuts und keine strafrechtlich relevanten Dinge. Davon abgesehen denke ich, dass Christian Wulff und seine Frau ganz ausgezeichnete Repräsentanten für ein modernes, tolerantes und weltoffenes Deutschland waren. Doch was rede bzw. schreibe ich. Es ist vorbei. Deutschland bekommt nun wieder was es verdient. Mit dem neuen Präsidenten zieht wieder ein Vertreter der Grauen Panther ins Schloss Bellevue. Damit können Leute wie Sie vermutlich mehr anfangen.

  • 20.02.2012, 09:21 UhrAnonymer Benutzer: Volkmar_Gerber

    Also doch nur Emanzen-Geseier!

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