Presseschau

Die G20-Politik der kleinen Schritte

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Die gefährliche Diktatur der Fed

Den Sturz von Fed-Chef Ben Bernanke fordert die Wall-Street-Journal-Schwester MarketWatch: „Vergessen Sie Mubarak, es ist das Terrorregime der Fed, das beendet werden muss.“ Bernanke sei der gefährlichste Mann auf Erden, denn er sei der letzte Herrscher in einer 30 Jahre währenden monetären Dikatur der Fed, die eine dritte Kernschmelze des 21. Jahrhunderts auslösen werde. „Zu Beginn dieser 30jährigen Herrschaft besaßen ein Prozent der Amerikaner neun Prozent von Amerikas Vermögen, heute besitzen sie 23 Prozent des Vermögens“, schimpft das Blatt. Seit 1981 habe die Politik der Fed erhebliche Kollateralschäden verursacht, die Demokratie, den Kapitalismus und den amerikanischen Traum systematisch sabotiert, und den Aufstieg eines neuen, gefährlichen Feindes - China - befeuert. Doch die Fed-Herrschaft neige sich ihrem Ende entgegen: Durch ihre Gelddruck-Politik werde das Heranwachsen neuer Spekulationsblasen befördert, die Verbraucherpreis-Inflation werde anziehen und zu einer Kernschmelze, vielleicht zu einer Revolution führen. „Es wird ein brutales Erwachen für Amerika geben, wie 1929, doch bis dahin wird Bernanke seine selbstzerstörerische Geldpolitik unbeirrt weiter verfolgen.“

Der schwarze Kontinent boomt

Afrikas versteckte Möglichkeiten für wirtschaftliches Wachstum fördert Business Week zutage: „Dank politischer und wirtschaftlicher Reformen haben einige Regionen des Kontinents ein enormes Wachstum verzeichnet.“ In den ersten zehn Monaten des Jahres 2010 seien Fusionen und Übernahmen im Wert von 54 Milliarden Dollar getätigt worden. Zwischen 2000 und 2008 sei das BIP Afrikas pro Jahr durchschnittlich um 5,3 Prozent gestiegen, die Aktienmärkte hätten so manchen Index im Westen übertrumpft. „So hat z. B. der Ägyptische Aktienmarkt jährlich 39 Prozent abgeworfen.“ Länder wie Algerien, Botswana, Mauritius, Marokko oder Südafrika - die so genannten afrikanischen Löwen - hätten ein höheres Pro-Kopf-BIP als die erfolgreichen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China. Die Top 40 Unternehmen des Kontinents generierten jährlich Umsätze zwischen 350 Millionen und 80 Milliarden Dollar. Gründe für diese Entwicklung sei die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft, aber auch die Bevölkerung, die mit Millionen neuer Konsumenten großes Potenzial biete. Damit Afrika zu einem ernstzunehmenden „Player der Weltwirtschaft“ werde, müsse zwar noch viel modernisiert werden. „Doch das sollte den Blick auf den Reichtum an wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht behindern.“

Milch und Mineralwasser als Gewinnbringer

Die Erfolgsrezepte der Nahrungsmittelkonzerne Danone und Nestlé untersucht La Tribune aus Frankreich. Trotz steigender Lebensmittelpreise und flauem Konsum in den entwickelten Ländern, hätten beide Konzerne ihre positiven Aussichten für das Geschäftsjahr 2011 bekräftigt. „Danone spielt in den westlichen Nationen mit sinkenden Preisen und höheren Produktionsmengen, und gewinnt so Marktanteile. Besonders bei Milchprodukten und Mineralwasser konnte der Konzern Umsatzsteigerungen erreichen.“ Nestlé habe dagegen sein Budget für Verbrauchermarketing um 13,2 Prozent aufgestockt, und z. B. mit Nespresso ein Wachstum von 20 Prozent geschafft. Beide Unternehmen hätten es außerdem verstanden, rigoros zu sparen und Kosten zu reduzieren. Vor allem aber offerierten ihnen die Schwellenländer neue Märkte mit Millionen von Konsumenten, deren Geschmack die Konzerne berücksichtigten. Durch Übernahmen und Joint Ventures vor Ort konnten sie ihre Umsätze z. B. in Asien deutlich steigern: „Auch wenn der Preis für Kaffee oder Milch steigt: Danone und Nestlé können gelassen bleiben.“

Indien droht eine Wachstumskrise
Schon oft habe Indien vor wirtschaftlichen Herausforderungen gestanden, erinnert die indische Economic Times. Zurzeit bestehe sie darin, selbst gesteckte Zielvorgaben zu erreichen: Indien strebe ein Wirtschaftswachstum von mindestens zehn Prozent an, das Wachstumspotenzial des Landes liege aber im Grunde genommen nicht im zweistelligen Bereich. Doch eine Reihe von Erfolgen habe gezeigt, dass eine solche Wachstumsrate machbar sei. Es bedürfe dafür aber couragierter Entscheidungen seitens der Regierung: Der Staatshaushalt müsse konsolidiert und die Inflation kontrolliert werden. Mit Maßnahmen wie der bislang üblichen, häufig angewendenen Zinssatzanhebung könne das dauerhaft nicht gelingen. Auch die Erhöhung individueller Steuern sei angesichts der Inflationsgefahr nicht ratsam. Chancen biete eher die Erhöhung der Körperschaftssteuer. Vor allen Dingen aber müsse die Regierung die indische Zentralbank mit strikten finanzpolitischen Maßnahmen unterstützen, um die Inflation zu kontrollieren und die drohende Wachstumskrise zu verhindern. 

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