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Presseschau: Die mutige Christine Lagarde

Die internationale Wirtschaftspresse diskutiert weiterhin die Rede der IWF-Chefin beim internationalen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole. Für ihre Offenheit erntet die IWF-Chefin Lob.

IWF-Chefin Christine Lagarde. Quelle: dapd
IWF-Chefin Christine Lagarde. Quelle: dapd

DüsseldorfDas Wall Street Journal nimmt die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde vor Kritikern in Schutz. Dass Bankenkredite an die Schuldenstaaten Griechenland und Co. das größte Systemrisiko in Europa darstellten, wüssten alle, nur wolle es keiner zugeben. Schließlich lasse ein möglicher ungeordneter Default Griechenlands die Politiker besonders wegen möglicher Konsequenzen für die Banken nicht ruhig schlafen. Ein möglicher Ausweg für die europäischen Banken sei eine obligatorische Rekapitalisierung mit Staatsgeldern, nach dem Vorbild des amerikanischen TARP-Programms. Solche Programme seien zwar nicht risikolos – vor allem wegen des moralischen Risikos, wonach Banken im Bewusstsein, ohnehin gerettet zu werden, zu hohe Risiken eingingen. Andererseits würden sie bereits jetzt staatlich gestützt, da die Schulden von Athen, Dublin und Lissabon mit Geld von der EU und dem IWF bezahlt würden.

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Auch das amerikanische Magazin Forbes würdigt die Rede von Lagarde vom Wochenende. Sie habe die hohen Erwartungen nicht enttäuscht und ein Szenario für Europa entworfen, wie die aktuelle Krise überwunden werden könnte. Zunächst müssten die Staaten den Gürtel enger schnallen, ohne jedoch das Wachstum abzuwürgen. Zweitens müsse die „Ansteckungsgefahr“ unter den Banken minimiert werden. Ein wichtiger Schritt in dieser Richtung sei die Fusion der beiden griechischen Banken Alpha Bank und Eurobank. Der Bankensektor habe jedoch noch einen langen Weg vor sich, schließlich seien die Banken in Spanien, Italien, Portugal und Irland ebenso von wackeligen Staatsanleihen belastet. Der dritte Schritt, den Lagarde empfehle, sei sie Reform der Eurozone. Europa brauche eine gemeinsame Zukunftsvision.

Die Financial Times applaudiert Lagarde dafür, dass sie die Probleme der Eurozone offen angesprochen habe. Ihr Vorschlag, die Last der Problemlösung auf die Steuerzahler abzuwälzen, sei jedoch fehlgeleitet. „Die Steuerzahler sollen demnach eine Art unbezahlte Lebensretter für das Finanzsystem spielen“, erklärt das Blatt. Bereits für Irland sei es eine schlechte Idee gewesen, das Risiko von den Anleihegläubigern auf die Bürger zu verschieben. Diese Idee zu verallgemeinern, mache sie nicht besser. Doch auch wenn Frau Lagarde nicht alle Antworten parat habe, so sei die Diskussion wenigstens angestoßen worden. „Nun müssen Politiker ebenso mutig sein und der Realität ins Auge blicken“, kommentiert das Blatt.

  • 30.08.2011, 17:05 UhrAnonymer Benutzer: PaulKonrad

    Ob Straus-Kahn, ob Lagarde, oder die politischen Wichtigtuer (unsere europäischen Politiker), eigene Ideen zur Lösung haben sie nur wie die Raubritter im Mittelalter, nämlich die eigenen Völker auszuplündern.
    Nun ist es ja nicht so, dass das in den letzten Jahren anders war, aber nun hat es Lagarde halt ausgesprochen.
    Komisch, keiner geht auf die Straße und jagt diese Schmarotzer zum Teufel. Auf was hoffen wir bloß noch?

  • 30.08.2011, 16:06 UhrAnonymer Benutzer: gerhard

    Die internationale Wirtschaftspresse diskutiert weiterhin die Rede der IWF-Chefin beim internationalen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole. Für ihre Offenheit erntet die IWF-Chefin Lob.??

    Die Financial Times applaudiert Lagarde dafür, dass sie die Probleme der Eurozone offen angesprochen habe. Ihr Vorschlag, die Last der Problemlösung auf die Steuerzahler abzuwälzen, sei jedoch fehlgeleitet. „Die Steuerzahler sollen demnach eine Art unbezahlte Lebensretter für das Finanzsystem spielen“, erklärt das Blatt. (Zitat)

    Damit ist schon alles gesagt, wem die" feine Madame" die Lasten aufbürden nmöchte! So billig, könnte es nun aber jeder formulieren!

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