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Presseschau: Die Wiedergeburt der Auto-Außenseiter

Die internationale Wirtschaftspresse analysiert zur Eröffnung der Auto-Show Las Vegas die Nöte von Fiat, Mercedes und Toyota – und das Comeback von Saab und Volvo. Dabei treten erstaunliche Parallelen zwischen dem Elektronikriesen Sony und dem Autobauer Toyota zutage.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.
Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Die Financial Times Deutschland kommentiert die Bemerkung von Fiat-Chef Sergio Marchionne, sich für die VW-Beteiligungen am deutschen Lkw-Hersteller MAN und dem schwedischen Konzern Scania zu interessieren. Zwar könne dies als „verbale Retourkutsche“ an Wolfsburg gewertet werden – VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch wolle Fiats Kultmarke Alfa Romeo kaufen. Dennoch könnte der Vorstoß ernsthaft gemeint sein, da Fiats abgespaltene Industriesparte Fiat Industrial mit dem Lkw-Bauer Iveco dringend einen Partner brauche, um langfristig überleben zu können. Eine Allianz mit den VW-Lastwagen wäre insofern sinnvoll, als die Marken-Palette – hochwertige Fahrzeuge von Scania, dazwischen die Trucks von MAN und am unteren Ende die preiswerten Lkw von Iveco – kostensparende Synergien ermöglichen würde. Um dies zu realisieren, müsse Marchionne allerdings die Banken überzeugen, da Fiat über zu wenig eigenes Geld verfüge.

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Bloomberg untersucht die Krise von Toyota in den USA, wo die Japaner im vergangenen Jahr als einziger Autobauer beim Absatz Verluste kassiert hätten – während der Absatz der gesamten Branche um elf Prozent gestiegen sei. Das Hauptproblem von Toyota seien die jüngsten Rückrufaktionen, durch die die Japaner ihr Image als Qualitätsmarktführer eingebüßt hätten. In dieser Situation drohe Toyota ein ähnliches Schicksal wie Sony. Der Elektronikhersteller habe im vergangenen Jahrzehnt im Wettbewerb mit Apple bei Musikabspielgeräten und LG (Fernseher) an Boden verloren. Für Toyota werde die Situation in diesem Jahr noch schwieriger, da der wieder genesene US-Autobauer GM mit dem Chevrolet Volt Toyotas Prius-Hybrid attackiere und Nissan mit dem Leaf ein reines Elektroauto vorgestellt habe, das in der Produktpalette von Toyota fehle.

Die New York Times beobachtet eine „Wiedergeburt“ der „Außenseiter“ in Detroit, wo sich die zuletzt kriselnden Hersteller Saab und Volvo – unter der Regie ihrer neuen Eigentümer – zurückgemeldet hätten. Zwar betonten die Manager der Autobauer, dass sie jetzt freier entscheiden könnten, ohne von den oft weit entfernten Eltern – seinerzeit GM bzw. Ford – beschränkt zu werden. Kehrseite sei jedoch, dass die Hersteller jetzt anfälliger für unprofitable Quartale seien. Besonders für Saab sei die Ausgangslage in den USA schwierig. Während der Absatz von Volvo 2010 um zwölf Prozent auf rund 54.000 gesunken sei, habe Saab 37 Prozent eingebüßt und nur knapp mehr als 5400 Autos verkauft. Dennoch halte Saab am Ziel fest, 2012 mit einem weltweiten Absatz von 120.000 Autos wieder in die schwarzen Zahlen zurückzukehren.

Businessweek widmet sich den Nöten von Mercedes. Der deutsche Autobauer wolle mit einem Facelift der C-Klasse jüngere Käufer anziehen. Hintergrund: Das Durchschnittsalter der Mercedes-Fahrer in den USA liege bei 54 Jahren – vier Jahre älter als der durchschnittliche BMW- und sechs Jahre älter als der typische Audi-Käufer. Das Facelift der C-Klasse sei entscheidend in der Frage, ob Mercedes die Nachfrage nach vier neuen kleineren Modellen, die in diesem Jahr in den Markt eingeführt werden, steigern kann, darunter eine überarbeitete B-Klasse. Solche Modelle seien entscheidend für Daimler, um mit BMW Schritt halten und Audi distanzieren zu können – die VW-Tochter wolle bis 2015 Marktführer im Luxus-Segment werden.

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