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Presseschau: Dubais Turm-Jubel folgt der Absturz

Die internationale Wirtschaftspresse zweifelt an der Wirtschaftlichkeit von Dubais Burj Khalifa, dem höchsten Wolkenkratzer der Welt. Die Financial Times Deutschland bejubelt die 50-Milliarden-Übernahme von Alcon durch Novartis. Der Financial Express freut sich auf die kommende Automobilmesse in Neu-Delhi. Fundstück: Von Ponzi und Vampiren.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.
Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der Burj Khalifa sei das Erbe einer Mentalität aus Zeiten des Booms, der die Stadt im vergangenen Jahrzehnt ergriffen habe, schreibt die Financial Times. Einer Metalität, die jedoch von einer düsteren Realität ersetzt worden sei. „Entscheidungen die in guten Zeiten getroffen worden sind, können durch Krisen entblößt werden“, zitiert das Blatt den Bauherren Mohammed Alabbar. In der Tat hätten die Rekordbauten der Welt wie der neue Burj Rezessionen angekündigt. Mit der Zeit seien sie jedoch zu Kernstücken florierender Wirtschaftszentren wie im Falle des Empire State Building in Manhattan geworden. „Die meisten Analysten glauben, dass die Käufer der Apartments im neuen Turm keine Spekulanten sind“, erklärt das Blatt. Die Preise hätten ihren Höhepunkt bereits 2007 erreicht und seien nicht dem gleichen Druck ausgesetzt worden wie vielerorts in Dubai.

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Das Wall Street Journal vergleicht den neuen Wolkenkratzer dagegen mit dem Turmbau zu Babel. „Dubai ist durch die Finanzkrise schwer mitgenommen, und der Turm steht leer und wird von den internationalen Mietern, für die er gebaut wurde, verschmäht“, moniert das Blatt. Allerdings seien die Argumente für solche Bauten nie wirtschaftliche gewesen. So hätten zu Beginn des 20. Jahrhundert gleich mehrere Tycoons um den höchsten Wolkenkratzer in New York gewetteifert.

Für Dubai sei der Burj nur eine weitere Spielerei im Streben nach Größe. Die wirtschaftliche Theorie dahinter sei offenbar, dass die Superlativen einem Land einen Wettbewerbsvorteil verschafften, das sonst nicht viel zu bieten habe. „Im Gegensatz dazu sind die Skylines von Houston und Hong-Kong nicht der Grund für ihren Wohlstand, sondern seine am meisten sichtbare Manifestation. Das ist der Wohlstand, gebaut auf wirtschaftlicher Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, harter Arbeit und gutem Management“, kommentiert die Zeitung. Ohne diese Werte seien ähnliche Nationen und Städte nur auf Sand gebaut.

Während der fünfjährigen Bauzeit des Burj Khalifa sei Dubais Immobilienmarkt von einem der besten zu einem der schwächsten auf der Welt geworden, analysiert das Wirtschaftsmagazin Business Week. Die Auslastung des neuen Wolkenkratzers könne dieses Jahr rund 75 Prozent erreichen, dabei seien die Preise von ihrem Höchststand bereits um 50 Prozent gefallen. „Obwohl viele Milliardenprojekte gestoppt worden sind, kommen dieses Jahr genug neue Gebäude auf den Markt, um die Preise weiter zu senken“, meint die Zeitung. Im neuen Turm seien die Mietpreise allerdings am höchsten in der Region, unter anderem, weil auch die Wartungskosten für das Gebäude um ein Vielfaches höher als im städtischen Durchschnitt seien.

 

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