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Presseschau: Kalter Krieg zwischen Amerika und China

Die internationale Wirtschaftspresse sieht ein großes Ungleichgewicht zwischen den USA und China und wertet ihr Rennen um den größten BIP als neuen, kalten Krieg. Business Week schaut Google beim Kampf gegen Microsoft zu. La Tribune und Financial Times werfen Deutschland vor, die EU im Stich zu lassen. Fundstück: Knoblauchverbot für UBS-Banker.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.
Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Das Rennen zwischen den USA und China um das größte Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat aus Sicht des australischen Business Spectators die Qualität eines „kalten Krieges“ angenommen: „Das ist Wettrüsten der größten Stimuluspakete: Die USA spielen ihre Reservewährung und ihre Wirtschaftskraft gegen Chinas wirtschaftliche Disziplin aus, die sich auf den Yen und die unermessliche Arbeitskraft stützt.“ Die USA versuchten verzweifelt, wirtschaftlich nicht von China überholt zu werden, genauso wie einst Ronald Reagan die wirtschaftliche Dominanz der USA über Russland beschwor. „Heute sind die Voraussetzungen aber anders: China ist der größte Gläubiger der USA und stellt den größten Umfang an ausgelagerter Arbeit.“ Das Reich der Mitte habe nur allzu gern Amerika Kapitalismus mit dem „Keim des Verderbens“ infiziert: „China hat von Russland gelernt.“ In den USA zeige das Anwerfen der Gelddruckmaschine durch die Fed bereits Wirkung, der Einzelhandel verzeichne steigende Umsätze und das BIP solle 2011 um 2,5 bis drei Porzent wachsen, Morgan Stanley prognostiziere gar vier Prozent. China verändere dagegen seinen Leitzinssatz nicht, die Kreditvergabe solle 2011 auf Vorjahresniveau bleiben oder steigen. „Kein Wunder, dass die Aktienkurse und die Rohstoffpreise anziehen. Europa könnte Selbstmord begehen, das hätte keine Relevanz in China: Denn zuerst kommt China, dann die USA.“

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Paul Krugman meint in seinem Bog für die New York Times, dass die aktuelle makroökonomische Politik Chinas zu einem Lehrstück werden könnte. Grundlagen der Wirtschaftswissenschaften lehrten, dass eine anhaltende Unterbewertung des Renminbi die Chinesen inflatorischem Druck aussetze, und Inflation werde sicher bald ein Problem werden. „Doch politische Überlegungen scheinen vernünftige Lösungsansätze auszuschließen.“ China wolle nach wie vor keine Neubewertung des Renminbi, weil dies politisch einflussreiche Exporteure schaden könnte. Das Land erhöhe nicht seinen Leitzinssatz, weil dies politisch einflussreiche Grundstücksentwickler beeinträchtigen könnte. Und China setze bei der Kreditvergabe keine strengen Grenzen. „Und nun versuchen es die Chinesen mit Preiskontrollen, was den Druck noch erhöht.“ Schadenfreude aber sei nicht angebracht. China möge korrupt und unfähig sein zu vernünftigen, kurzfristigen Lösungen, aber wenn es um eine grundsätzliche Unfähigkeit gehe, mit langfristigen Problemen umzugehen, schlage die USA China immer noch. „Aber es ist gut, sich zu erinnern, dass auch Giganten Schwächen haben.“

Auch die Financial Times Deutschland nimmt ein Ungleichgewicht zwischen den USA und China wahr: „Während die Fed Unmengen von Dollar in die US-Wirtschaft pumpt, versucht China, die Menge an Yuan im Land zu reduzieren.“ Die People's Bank of China (PBC) habe zweimal den Mindestreservesatz um 0,5 Prozentpunkte erhöht - eine Präventivstrategie, um die übergroße Liquidität zu sterilisieren und die Geldmenge unter Kontrolle zu bringen, mit dem Ziel, eine Inflation oder Überhitzung zu verhindern. Auch habe die PBC Staatsanleihen verkauft und unkonventionelle Instrumente wie „Kreditgrenzen“ oder „Kreditquoten“ eingesetzt, die chinesischen Geschäftsbanken zusätzliche Reserven beschert haben, also weitere Geldmengen sterilisiert haben. Ein künftiges Hauptproblem für China sei jedoch die Frage, wie die Leistungs- und Kapitalbilanzüberschüsse reduziert werden können, um das Devisenvermögen zu verringern. Dazu wäre eine weitere Aufwertung des Wechselkurses erforderlich, vor allem aber eine Verringerung der Sparquote, die 2009 bei 52 Prozent des BIP lag. Hier müssten fiskalische, sozialversicherungstechnische und steuerliche Reformen greifen. Doch Aufwertung und Reformen ließen noch auf sich warten. „In der Zwischenzeit erscheint es ebenfalls unwahrscheinlich, dass die Ursachen für das globale Ungleichgewicht auf US-Seite in Kürze verschwinden.“ Die Fed kaufe weiter massiv Staatsanleihen, das verschlechtere die Bedingungen. China werde deshalb seine Sterilisierung in der näheren Zukunft noch eine Weile fortsetzen müssen.

  • 20.12.2010, 12:07 UhrAnonymer Benutzer: Pickaball

    Das Europa der „Rosinenpicker“ (Schweiz, UK, Slowakei,…)


    …das „Troyanische Pferd“ Großbritannien gibt lächerliche 8 Milliarden Euro für irland-Hilfe…

    …gleichzeitig kassierten UKs banken mit über 100 Milliarden an Krediten an irland die hohen Zinsen.

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