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Presseschau: Telekom-Lobbyisten sind gescheitert

Die geplatzte Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T ist nach Einschätzung der internationalen Medien besonders für René Obermann ein Rückschlag. Der Telekom-Chef habe den politischen Widerstand unterschätzt.

Gerne hätte die Telekom ihre US-Tochter an AT&T verkauft. Quelle: dapd
Gerne hätte die Telekom ihre US-Tochter an AT&T verkauft. Quelle: dapd

Aus Sicht der Börsen-Zeitung ist der Rückzieher von AT&T für die deutsche US-Dependance der größere Rückschlag. Die Wettbewerbsposition von T-Mobile USA sei während des monatelangen öffentlichen Gezerres um die Übernahme weiter geschwächt worden, außerdem habe die Firma Zeit verloren, um eine alternative Lösung zu suchen. Als Optionen nennt das Blatt den Schulterschluss mit kleineren Wettbewerbern, einen Verkauf an Finanzinvestoren oder einen strategischer Deal mit einem Kabelnetzbetreiber, der im Telekommarkt Fuß fassen wolle.

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Die britische Financial Times rechnet damit, dass die Deutsche Telekom vorerst auf dem US-Markt präsent bleibe. Um die Kosten für einen Ausbau der Netzkapazität in Gegenden wie New York zu finanzieren, könnte T-Mobile USA das eigene Portfolio an Mobilfunkmasten verkaufen. Doch viel wichtiger sei es, eine Strategie zu finden, um sich im Wettbewerb mit Verizon und AT&T bei 4G-Services zu behaupten. Dabei könnte eine Kooperation mit Sprint in Frage kommen, möglicherweise, indem sich die Unternehmen das Hochgeschwindigkeits-Netz teilten. Dennoch wären auch dafür hohe Investitionen vonnöten.

Chronik Das ewige Leiden der T-Aktionäre

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Die Neue Zürcher Zeitung zweifelt an der Annahme des US-Justizministeriums, dass der Verbraucher der Gewinner des geplatzten Deals sei. Die Politiker müssten zunächst den Mangel an Kapazitäten für die mobile Übertragung von Daten als wesentliche Hürde für die Entwicklung des Mobilfunkmarktes aus dem Weg räumen. Konkret sollten die Kabelnetzbetreiber einen Teil ihres Spektrums per Auktion verkaufen, damit die Mobilfunkbetreiber ihre Anzahl von Lizenzen erhöhen könnten. Einer entsprechenden Initiative der Regierung von Barack Obama fehle allerdings noch die Gesetzesgrundlage. Erst nach der Umsetzung dieses Plans, so das Fazit der NZZ, sei der Verbraucher tatsächlich der Gewinner.

Auch das Wall Street Journal widmet sich dem Problem des mangelnden Spektrum-Angebots, über das wiederum die US-Regulierungsbehörde FCC wache. FCC-Chef Julius Genachowski habe zwar den „Crunch“ eingeräumt, doch seine Forderung nach neuen Auktionen könnte erst in Jahren eingelöst werden. Zwischenzeitlich solle die FCC in Betracht ziehen, den Eigentümern ungenutzten Spektrums zu ermöglichen, ihr Asset flexibler zu nutzen. „Wenn Ihr Handy beim nächsten Mal langsam ist oder die Verbindung unterbrochen wird, suchen Sie nicht die Schuld bei AT&T. Sondern in Washington“, schließt das Blatt.

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