Sie fragen – wir antworten Wer zahlt für die Niedrigzinsen?

Die EZB senkt die Zinsen nauf Rekordtief. Was sind die Folgen für Sparer, Aktionäre und Banken? Schreiben Sie uns: Unsere Experten beantworten die wichtigsten Fragen.
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DüsseldorfDie Europäische Zentralbank hat eine wegweisende Entscheidung getroffen: Sie senkt erneut die Zinsen und stellt noch mehr billiges Geld bereit.

Der Grund: Die Inflationsrate in der Euro-Zone ist im Mai überraschend auf 0,5 Prozent gesunken. Die Kreditvergabe durch Banken in Südeuropa gerät ins Stocken. Die Erholung der Konjunktur steht auf dem Spiel. Europa droht erneut in die Krise zu rutschen.

Das will die Notenbank um jeden Preis verhindern. Neben einer Zinssenkung gibt es erstmals Strafzinsen für Einlagen bei der EZB. Werden die Maßnahmen funktionieren? Was sind die Nebenwirkungen der Geldschwemme? Was sind die Folgen für Sparer, Anleger oder Lebensversicherungskunden?

Schreiben Sie uns Ihre Fragen per Mail via hb.experten@vhb.de, auf unserer Facebook-Seite oder bei Twitter. Am Donnerstag ab 15 Uhr – direkt im Anschluss an die EZB-Sitzung – wollen wir Ihre Fragen beantworten.

Für Sie erreichbar sind:

Katharina Utermöhl ist Senior Economist beim Handelsblatt Research Institute.

Katharina Utermöhl ist Senior Economist beim Handelsblatt Research Institute.

Mallien Jan

Jan Mallien, geldpolitischer Korrespondent.

Jörg Hackhausen

Jörg Hackhausen ist Finanz-Redakteur von Handelsblatt Online.

 




 



 

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Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Anlagetipps geben. Unsere Antworten und Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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10 Kommentare zu "Sie fragen – wir antworten: Wer zahlt für die Niedrigzinsen?"

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  • Das Mindeste wäre, wenn der Staat die Zinsersparnisse, die bei ihm durch die Niedrigzisen anfallen, in Form einer Steuersenkung weitergeben würde, die er für die Altersversorgung verwenden könnte. Der Staat hat vorrangig den Bürgern zu dienen. Es ist rechtswidrig, wenn er sich ohne sachlichen Grund selbst bereichert(Eigentumsgarantie). Das gilt auch für die Steuermehreinnahmen aufgrund der kalten Progression, die der Staat den Bürgern zurückgeben muß.

  • Ein Teufelskreis.
    Durch die niedrigen Zinsen kann man keine Altersrücklagen bilden, was einen der Altersarmut schneller nah bringt.
    Doppelt schlimm, wenn man im Kapitalgedeckten System der privaten Krankenkasse versichert ist. Dann werden noch die angesparten Altersrückstellungen aufgebraucht.
    Am allerschlimmsten daran ist, dass man unter Umständen in dem System gefangen ist.
    Freiheit ist etwas anderes. Wenn schon eine Krankenversicherungspflicht besteht, so muss man einem Versicherten auch eine alternative ermöglichen, und zwar zu jeder Zeit.

  • Das ist nur für die Schwarz-Weiß-Denker blöd.

  • Ergänzung:

    Die Niedrigzinsen und vielleicht sogar Negativzinsen bewirken eine völlig ungerechte Fehlallokation von Finzmitteln. Folge: Der Effekt, daß die reichen immer noch reicher werden, während die Mittel-und Unterschichten immer ärmer werden, wird durch die Zinspolitik der Notenbanken exponentiell verstärkt.

  • Es ist nochmals ein Unterschied, ob sich wirtschaftlich starke Länder verschulden,
    mit angemessenen niedrigen bezahlbaren Zinsen oder ob sich "Entwicklungsländer"
    massiv verschulden. Insofern ist es ein Kardinalfehler, solchen schwachen Ländern
    grenzenlos Gelder mit künstlich niedrigem Zins zur Verfügung zu stellen. Dadurch kommen diese Länder nie und nimmer auf die Beine. Das ist so, als wenn man dem
    Drogenabhängigen seinen Stoff auf niedrigstem Preis festschraubt. Eine Zeit lang kann das ja gutgehen.

  • Ja, so ist es. Man sieht es u.a. daran, daß, allein auf Deutschland bezogen, die Schulden gegenüber 2009 weiter gestiegen sind(grob geschätzt € 30 Mrd., ich müßte es genau nachschauen), der Zinsaufwand im Bundeshaushalt gegenüber 2009 ? jedoch um ca. € 20 Mrd. gefallen ist. Allerdings haben auch private Schuldner heute geringere Zinsaufwendungen als noch vor ein paar Jahren. Privatpersonen ohne Schulden finanzieren also auch Privatpersonen mit Schulden, was jedem Gerechtigkeitsempfinden(das von den Politikern ja so oft strapaziert wird) widerspricht. Den Privatpersonen ohne Schulden kann nur entgegegnet werden: Ihr seid ja selbst schuld, wenn ihr keine (werthaltige und(oder) nicht werthaltige) Schulden habt. Mit den niedrigen Zinsen zu Lasten der Sparer wird zudem verhindert, daß weitere Banken in finanzielle Schieflage geraten. Geordnete Bankinsolvenzen gibt es ja immer noch nicht. Die Subventionierung des Bankenbereichs nach "too big to fail" findet somit weiterhin durch die niedrigen Zinsen zu Lasten des Sparers statt, was die Politik nach ihren Beteuerungen ja eigentlich verhindern will. Durch niedrige Zinsen für Sparer Bankenpleiten zu verhindern, ist natürlich der viel elegantere Weg als durch "Bail Ins" zu Lasten der Bankengläubiger und "Bail Outs" zu Lasten der Steuerzahles. Wie und durch wen kommen wir aus dieser Situation heraus?

  • Am Ende des Tages sind ultraniedrige/ negative Zinsen nichts anderes, als eine verkappte Steuererhöhung. Es sind doch gar nicht primär die privaten Menschen/ Unternehmen, die in astronomischer Höhe verschuldet sind. Es sind die Staaten, die zum ganz großen Teil seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse leben. Allein Europa hat seit der Finanzkrise 2008 mal locker eine Billion Euro mehr!! Schulden gemacht. Damit den Staaten über die Zinsen nicht die Luft abgedrückt wird, werden die Zinsen systematisch nach unten manipuliert.

    Das ist jetzt kapiert!? - Und warum haben die Deutschen dann eine große Geldausgeber-Koalition gewählt?

  • Ist es nicht bereits so, dass bereits das ständige Senken der Zinsen die Kosten für Vermögenswerte (Gold, Aktien, Immobilien) in die Höhe treibt? Für Konsumgüter hat Geld seine Funktion ja erhalten, aber als Vermögens/Spar/Anlageobjekt hat das Geld bereits jetzt an Wert verloren. Die Sparer von gestern sind heute schon die Dummen.

  • Schnell noch in den DAX bevor das weitere Fiat Money ihn hochtreibt ohne weitere dumme Schafe ....
    Man kriegt ja kaum noch Zinsen für sein immer wertloser werdendes "Geld"
    Also bleiben nur Aktien ....
    Silber und Gold sind wie suggeriert ja bäbä ... und man kanns nicht essen

  • »Wer zahlt die Zeche für die Niedrigzinsen?«

    Eine blödere Frage habe ich selten gehört!

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