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DAX-Analyse: Gute Nachrichten unerwünscht

WGZ Cognitrend Report - das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung

Gute Nachrichten unerwünscht

Es bleibt dabei: Ausgerechnet die Schock- Herabstufung vieler europäischer Staaten durch die Ratingagentur Standard & Poor's hat den Beginn der diesjährigen Januar-Rallye eingeläutet, ohne dass die meisten Akteure die Möglichkeit gehabt hätten, noch einigermaßen günstig auf den Hausse-Zug aufzuspringen. Und es sollen längst nicht nur Privatanleger gewesen sein, die bei dieser Aufwärtsbewegung nicht mit von der Partie waren. Die hätten sich ja immerhin noch damit trösten können, dass sie nicht um jeden Preis eine Aktienkursentwicklung mitmachen müssen. Zumal, wenn die Entwicklung in Wahrheit nicht richtig zu verstehen ist. Denn abgesehen von einigen positiven Fundamentaldaten, etwa dem besser als erwarteten Ifo-Index, hatten die meisten Händler große Bedenken, ob die Causa Griechenland, in der die Rettungsbemühungen ohnehin schleppend verliefen, nicht doch noch mit einer bösen Überraschung enden könnte. Diese Befürchtung haben sogar mittelfristig orientierte Akteure, die sich bereits vor zwei Wochen gegen Schlimmeres abgesichert hatten - allerdings zu deutlich niedrigeren Kursen. Akteure übrigens, die sich nicht allzu lange gegen einen solche Entwicklung stemmen werden, an der sie, im Gegensatz zu Privatanlegern, eben oft teilnehmen müssen.

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Marktteilnehmer, die sich normalerweise gerne nach den Nachrichten aus den USA richten, bei der jüngsten Entscheidung der US-Notenbank, die Zinsen bis Ende 2014 auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau zu halten, das Haar in der Suppe suchen. Statt sich über Planungssicherheit zu freuen, fragt man sich selbst hierzulande, ob die Fed diesen Kurs werde durchhalten können. Vor allem, wenn der Arbeitsmarkt, dem die US-Notenbank neben dem jüngst ausgerufenen Inflationsziel von 2 Prozent verpflichtet ist, sich weiter positiv entwickeln sollte. So entsteht eine paradoxe Situation: Marktteilnehmer können sich nicht so recht über positive Wirtschaftsdaten freuen, weil sie nicht entsprechend positioniert sind. Ein bullisher Akteur dagegen würde positive Wirtschaftsdaten als solche wahrnehmen und nicht von einem baldigen Ende der Phase außergewöhnlich niedriger Zinsen sprechen. Unterdessen hat sich die Situation für den DAX noch einmal verbessert, und das, obwohl die in der Vorwoche angekündigte Shortsqueeze noch nicht einmal stattgefunden hat. Deswegen dürfte der DAX jenseits von 6.595/00 weiter an Fahrt gewinnen - in Richtung 6.720/25. Das Korrekturniveau, zu dem derzeitige Schieflagen spätestens begradigt würden, liegt nunmehr bei 6.200/05.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.



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