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DAX Sentiment-Index: Es wird ungemütlich für die Bären

DAX SENTIMENT INDEX

Es wird ungemütlich für die Bären

Am Aschermittwoch ist alles vorbei? Ende gut, alles gut? Schön wär‘s! Zwar haben sich Europas Politiker endlich auf ein zweites, 130 Mrd. EUR schweres, Rettungspaket für Griechenland geeinigt, doch damit sind das Land und die Eurozone noch lange nicht aus dem Schneider. Die Politiker haben nur ein wenig mehr Zeit gekauft, damit sich das Land erholen kann. Noch sind nicht alle Details unter Dach und Fach, der Schuldenschnitt der Privatwirtschaft noch nicht vollzogen und der IWF hat noch nicht beschlossen, wie viel er zum Rettungsprogramm beitragen wird. Ohnehin warnten Ökonomen bereits Stunden nach der Einigung, dass das Rettungspaket auf sehr wackligen Füßen steht. Denn die Annahmen, die hier über das künftige hellenische Wachstum getroffen werden, um die Verschuldung bis zum Jahr 2020 auf rund 120 Prozent zu drücken, sind ziemlich optimistisch. Zu optimistisch womöglich.

In einer Analyse des Internationalen Währungsfonds wird die Tragfähigkeit der Rettungs- und Reformprogramme bereits angezweifelt. Statt Wachstum prophezeit sie eine Verschärfung der Rezession, sollten sich die unpopulären Strukturreformen und Privatisierungsmaßnahmen weiter verzögern. Dann könnte der Schuldenstand 2020 immer noch 160 Prozent des BIP betragen. Ein erstes Indiz war die Meldung heute Früh, dass das Parlament in Athen 2012 ein deutlich höheres Haushaltsdefizit erwartet, als bislang angepeilt. Die Lücke wird vermutlich 6,7 Prozent des BIP betragen - zunächst hatte man mit 5,4 Prozent gerechnet.

Doch Sorgen um Griechenland allein reichen als Verkaufsargument schon lange nicht mehr aus. Schließlich ist der DAX schon seit Jahresbeginn aller schlechten Nachrichten und Prognosen zum Trotz im Aufwind. Allein seit dem Rating-Kahlschlag durch Standard & Poor's (13. Januar) hat das Blue-Chips-Barometer in der Spitze um 15 Prozent zugelegt. Auch während des Berichtszeitraums mussten die Neu-Bären der Vorwoche mitansehen, wie der deutsche Leitindex fast bis auf die 7.000er Marke marschierte. Dass die mittelfristig orientierten Akteure heute noch einmal pessimistischer geworden sind - der Bull/Bear-Index rutscht auf den tiefsten Stand seit Mai 2010 ab - ist wohl einzig und allein dem Preis geschuldet: Da sie an weiten Teilen der Rally nicht ausreichend teilgenommen haben, sehen sie nur eine Möglichkeit: verkaufen. 6 Prozent wandern aus dem Bullenlager direkt ins Bären-Camp ab. Sie hoffen offenbar darauf, dass die 7.000er Marke technischen Widerstand bieten wird, allerdings haben die Pessimisten darauf bei sämtlichen anderen runden Marken oder alten Hochpunkten in jüngster Zeit vergeblich gehofft.

Auch Privatanleger trauen der DAX-Rally nicht über den Weg. Wie aus einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsunternehmen Infratest hervorgeht, rechnen nur noch 27 Prozent aller privaten Investoren in den nächsten sechs Monaten mit steigenden Aktienkursen. Damit sind sie ähnlich pessimistisch wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise nach der Lehman-Pleite. Doch während es sich Privatanleger erlauben können, an der Seitenlinie zu verharren und der DAX-Erholung zuzuschauen, geraten die abwartenden oder gar bearish eingestellten Profi-Anleger immer mehr unter Rechtfertigungsdruck. Sie bleiben ganz klar hinter ihrer Benchmark zurück. Sie können weiterhin nur auf eine saftige Korrektur hoffen, um ihre Performance aufzupolieren. Doch bei all den bearishen Schieflagen ist ein DAX-Schwächeanfall vorerst nicht in Sicht - viel eher eine Short-Squeeze.

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