Morning Briefing
Neuverfilmung von Klimbim

Bei seiner ersten Kabinettssitzung erinnert Trump an Opa Benedikt und die schrille Gaby, FDP-Chef Lindner attestiert Deutschland ein Drogenproblem, und Ronaldo wehrt sich gegen Vorwürfe, ein kickender Steuerbetrüger zu sein. Was heute sonst noch wichtig ist.
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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

die im Fernsehen dokumentierte Kabinettssitzung des Weißen Hauses wirkte wie eine Neuverfilmung von Klimbim. Nur dass Donald Trump in einer Doppelrolle als Opa Benedikt und schrille Gaby auftrat. Wäre es nur absurd und nicht auch noch real, würde man lachen. So aber wartet man sehnsüchtig auf die Absetzung der Serie. Beim echten Klimbim war nach 30 Folgen Schluss.

US-Justizminister Jeff Sessions hat geheime Treffen oder Absprachen mit Russland zur Beeinflussung der US-Wahl heute Nacht abgestritten. Jegliche Andeutung in diese Richtung sei „eine erschreckende und verabscheuungswürdige Lüge“, die seinen jahrzehntelangen Dienst am Staat in den Schmutz ziehe, sagte Sessions vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats. Die Neugier auf den Auftritt seines Chefs steigt. Sessions war nur die Vorgruppe. Jetzt lesen

FDP-Chef Christian Lindner spricht im Interview mit unserer Zeitung Klartext: „Deutschland steht wirtschaftlich unter Drogen“, sagt er und meint damit den Exportboom, den wir auch dem niedrigen Euro-Außenwert, der Nullzinspolitik und den gefallenen Rohstoffpreisen verdanken. Lindners Ertüchtigungsprogramm für Staat und Wirtschaft hebt sich wohltuend ab von der Umverteilungserotik der SPD und der Status-Quo-Verliebtheit der Kanzlerin. Die Deutschland AG, denkt man unwillkürlich, könnte einen wie Lindner gut gebrauchen, zum Beispiel als Chief Innovation Officer.

SPD-Mitbewerber Martin Schulz dagegen drängt sich am ehesten in der Rolle des Facility Managers auf. Bei Angela Merkel weiß man nicht, ob sie noch als Vorstandsvorsitzende die operative Verantwortung trägt, oder schon in den Aufsichtsrat entrückt ist. Jetzt lesen

Nochmal Lindner: Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen steht. Die Parteien wollen ihn am kommenden Freitag der Öffentlichkeit vorstellen. Dieser muss anschließend in einer Mitgliederbefragung der FDP und von einem CDU-Landesparteitag gebilligt werden. Laschet will sich dann am 27. Juni im Landtag zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Lindner dagegen verzichtet auf Düsseldorfer Regierungsposten. Der Mann ist auf Durchreise.

Air Berlin schreibt rote Zahlen, das Eigenkapital ist aufgezehrt. Bei den Landesregierungen von Berlin und NRW laufen daher Anfragen auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags. Doch die Staatskasse sollte so fest geschlossen bleiben wie Fort Knox. Solange Air-Berlin-Verwaltungsratschef Joachim Hunold - Studienabbrecher, Ex-Roadie von Marius Müller-Westernhagen und Air-Berlin-Gründer - in dem Unternehmen sein Unwesen treibt, ist keine Besserung möglich. Der Mann hält sich für die Wiedergeburt von Flugpionier Otto Lilienthal - und ist doch nur der kleine Bruder von Ikarus.

„Es gibt keine systematische Steuerhinterziehung“, sagt Cristiano Ronaldo, der in Spanien bezichtigt wird, dem Fiskus Gelder vorenthalten zu haben. Zur Erinnerung: Auch die unsystematische Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Eigentum verpflichtet, vor allem zum Teilen. Jetzt lesen

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den neuen Tag. Herzlich grüßt Sie Ihr

Gabor Steingart
Herausgeber

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