25 Jahre BMW Z1
Roadster-Kult in Kleinserie

Versenkbare Türen, Karosse aus Kunststoffteilen und feuerverzinktes Chassis, das waren vor 25 Jahren wegweisende Elemente für einen Roadster. BMW setzte die Komponenten im Z1 um. Der ist heute eine gesuchte Rarität.
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MünchenWo Reiche wie Schöne in Punta Ala an der toskanischen Mittelmeerküste mit Blick auf Elba ihre Luxus-Boote bis heute im diskreten Yachthafen dümpeln lassen, lud BMW im Oktober 1988 internationale Medienvertreter zu einer Zeitreise ein. Neben dem Roadster 507 von 1957 präsentierten die Müncher nach 31 Jahren wieder einen puristischen offenen Zweisitzer.

Der Z1 galt als avantgardistischstes Auto seiner Zeit. Von Hand in kleiner Serie gefertigt, aber mit bewährter Antriebstechnik aus der Großserie von vorn herein vom Stigma eines alltagsuntauglichen Sport-Exoten dispensiert.

Am Anfang des Projekts Z1 stand eine verwegene Idee. Der Vision des damaligen BMW Vorstandes, in einer auch räumlich von allen anderen Entwicklungsbereichen getrennten Außenstelle eine Denkfabrik, eine Art "Think Tank" zu installieren. Darin sollten Ingenieure, Techniker und Designer des Hauses für eine gewisse Zeit alle nur möglichen Freiräume erhalten, um ihre besten kreativen Konzepte auch direkt zu verwirklichen. Somit entstand 1985 keine fünf Autominuten von der Konzernzentrale die "BMW Technik GmbH", intern mit dem Kürzel ZT gekennzeichnet.

Am 1. August 1986 ging BMW an die Öffentlichkeit und verkündete: "Die BMW Technik AG hat ihr erstes Produkt fertiggestellt. Der BMW Z1, eine Fahrzeugstudie, entstand nach Vorgaben, die zum Teil an alte BMW Traditionen anknüpfen, zum Teil an den Anforderungen der zukünftigen Mobilität abgeleitet wurden."

Zwei Jahre nach Festlegung des Z1- Konzeptes und ein Jahr nach Vorstellung der Studie legten die Münchner die Karten auf den Tisch und verkündete am 10. August 1987: "Die Zeit der Vermutungen ist zu Ende, das Rätselraten vorbei: Auf der IAA präsentiert die BMW AG den Roadster Z1."

Nach nur drei Jahren Entwicklungszeit - beschleunigter Entwicklungsprozess war eine Pilotaufgabenstellung für dieses Projekt – würde der 170 PS starke Frontmittelmotor-Sportwagen im Juni 1988 in limitierte Kleinserie gehen. Die IAA-Mannschaft widerstand allen Verlockungen, das ausgestellte Auto direkt vom Stand für eine satte sechsstellige Summer zu verkaufen.

Der Z1 war ein buchstäblich von Grund auf andersartiges Auto als alles was der Markt sonst an sportlichen Zweisitzern zu bieten hatte. Als tragendes Rückgrat diente eine selbsttragende Monocoque-Konstruktion aus Stahlblech. Der gesamte Rahmen kam nach dem Zusammenbau komplett zum Feuerverzinken.

Dadurch erhielt das Monocoque nicht nur einen nahtlosen perfekten Korrosionsschutz, die Zinkschicht wirkte im Bereich von Blechnähten und Überlappungen an Fugen als verbindendes und tragendes Element. Der Effekt: Die Biegesteifigkeit des Monocoques, wichtige Voraussetzung für ein agiles und sicheres Handling, erhöhte sich um rund 25 Prozent.

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