A 20
Auf Teer festgeklebte Autofahrer wollen klagen

"Zähflüssiger Verkehr" - dieser Begriff hat nach der Panne auf der A 20 eine neue Bedeutung. Bis gestern blieb ein Teilabschnitt der Trasse in Mecklenburg-Vorpommern für elf Stunden gesperrt, weil nach kräftigen Niederschlägen Autos im Bereich einer Baustelle bei Schönberg regelrecht in aufgeweichtem Asphalt kleben geblieben waren.

HB FRANKFURT/SCHWERIN. Durch den Regenguss war frischer Bitumenbinder auf eine Fahrbahn gespült worden. Nun drohen Schadenersatzforderungen wegen verschmutzter Fahrzeuge und verklebter Bremsen. Die Polizei rief Autofahrer auf, eine Werkstatt aufzusuchen.

„Die Leute sind stocksauer“, gab ein Polizeisprecher die Wut der Autofahrer weiter. Bislang hätten über 200 Autofahrer Schäden an ihren Fahrzeugen gemeldet. Stündlich gingen weitere Anrufe ein. Viele Fahrzeugführer sind in Sorge, ob sie ihr Auto je wieder herrichten können. Eine Entfernung der stark klebenden Flüssigkeit ist kaum möglich. Der Polizeisprecher rief Betroffene dazu auf, ihre Autos „bei Feststellung von abweichenden Fahreigenschaften“ umgehend in eine Werkstatt zu bringen.

Der Sprecher schloss nicht aus, dass es aufgrund von Schäden an Bereifung und Bremsanlagen zu Folgeunfällen kommen könne. Selbst verschmutzte Scheinwerfer stellten eine Gefährdung des Straßenverkehrs dar.

Nach Angaben der Baufirma Strabag, die für die A-20-Sanierung zuständig ist, kommt eine Versicherung dafür auf.

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In dem Autobahnabschnitt zwischen Lüdersdorf und Schönberg laufen derzeit Bauarbeiten zur Beseitigung eines lärmverursachenden Fahrbahnbelags, des so genannten Brüllbetons. Bei der bundeseigenen Fernstraßenplanungsgesellschaft Deges sieht man sich nicht in der Verantwortung.

Der für die Sanierung zuständige Abteilungsleiter sprach von einem Fehler bei der Bauausführung.

Strabag hingegen sagte, bei den Arbeiten seien keine Fehler gemacht worden. Witterungsbedingungen würden bei der Vorbereitung derartiger Arbeiten stets mit einbezogen. In diesem Fall habe es jedoch keine Wettervorhersagen gegeben, die vor dem starken Regenguss hätten warnen können.

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