ADAC-Test
Raststätten teuer und familienunfreundlich

Teures Essen, familienunfreundliche Ausstattung und gefährliche Übergänge für Fußgänger: Bei ihren Tests auf 65 Raststätten und Autohöfen fanden die Experten des Automobilclubs ADAC auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Mängel.

dpa BERLIN. Teures Essen, familienunfreundliche Ausstattung und gefährliche Übergänge für Fußgänger: Bei ihren Tests auf 65 Raststätten und Autohöfen fanden die Experten des Automobilclubs ADAC auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Mängel.

Getestet wurden Unternehmen in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz . Rund jeder sechste getestete Betrieb fiel sogar durch. "Da besteht durchaus noch Nachholbedarf", resümierte die Leiterin des ADAC-Raststättentests, Simone Saalmann, anlässlich der Präsentation der aktuellen Ergebnisse am Donnerstag in Berlin. Doch Urlauber müssen nicht um jede Rastanlage einen Umweg machen: Der Großteil hält sich im durchaus annehmbaren Mittelfeld.

Zum ersten Mal in der zehnjährigen Geschichte des ADAC-Tests geht der erste Platz diesmal an einen Autohof. Autohöfe etwas abseits der Autobahnen waren lange nur auf Lastwagenfahrer eingestellt, doch mittlerweile stimmten viele ihre Angebote auch auf andere Reisende ab. Das gelang dem Autohof Burghaslach an der A3 zwischen Nürnberg und Würzburg am besten - die Tester gaben ihm vor 64 Konkurrenten nun ein "sehr gut".

Dass jedoch nicht alle Autohöfe gleich gut sind, beweist der letzte Platz, der ebenfalls aus Deutschland kommt: Beim Autohof Spreenhagen an der A12 nahe Frankfurt (Oder) hoben die Tester nur die optisch sauberen Toiletten und die günstigen Preise hervor. Ansonsten hagelte es schlechte Noten. Besonders ärgerlich: Im Restaurant wurde ein Reifenhändler einquartiert, Reisende müssen daher in ein kleines Bistro ausweichen.

In vielen anderen Raststätten und Autohöfen fiel das Ergebnis für die Gastronomie dagegen fast durchweg positiv aus. Immerhin 56 der getesteten Betriebe bekamen ein "gut" oder "sehr gut", weil sie nicht nur sauber waren, sondern auch mehrere kalte und warme Gerichte hatten. Das Angebot der Kioske und Shops war bei drei Viertel der Rastanlagen ebenfalls mindestens "gut" - allerdings waren das Essen und die Kioskartikel laut ADAC meist ziemlich teuer.

Auch in Punkto Toiletten hat sich in den vergangenen Jahren einiges verbessert, weswegen ein Großteil der deutschen Raststätten nun mit "gut" abschnitt. Dennoch waren die Ergebnisse in Frankreich, Italien und bei einigen deutschen Autohöfen nur mangelhaft oder noch schlechter. Problematisch war dann vor allem die gesundheitsgefährdende und unsichtbare Verschmutzung mit Fäkalkeimen, besonders an den Sitzen und Türklinken in Herrentoiletten.

Die größten Mängel fanden sich allerdings bei den Angeboten für Familien. Kein einziger Betrieb erreichte die volle Punktzahl, stattdessen fielen 42 der 65 Rastanlagen durch, darunter alle getesteten Einrichtungen in Frankreich und Italien. Die Tester bemängelten, dass es kaum Spielplätze gab und Picknicktische zum Verzehr mitgebrachter Speisen fehlten.

Auch die Sicherheit auf den Parkplätzen lässt nach Ansicht des ADAC stark zu wünschen übrig. Die Fußwege sind demnach oft nicht von der Straße getrennt, so dass die Reisenden auf gefährliche Übergänge ausweichen oder sich zwischen den Autos entlangschlängeln müssen.

Außerdem gibt es bei fast der Hälfte der Anlagen keine getrennten Parkplätze für Wohnmobile und Lastwagen, was nicht nur für Reisende mit Kindern gefährlich sein kann. ADAC-Präsident Peter Meyer mahnte: "Hier bedarf es noch ganz erheblicher Anstrengungen."

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