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Anfang des Umdenkens

Jahrelang wurden VW-Leute mürrisch, wenn sie auf den Rußpartikelfilter in französischen Dieselautos angesprochen wurden. Es hieß dann beispielsweise, man favorisiere „innermotorische Lösungen“ oder warte auf „gesetzliche Rahmenbedingungen“. Jetzt hat sich die Tonart gewandelt.

FRANKFURT/M. Stolz vermeldet Wolfsburg, das Allrad-Modell Touareg, das ab kommender Woche auch mit einem V6-TDI-Motor und serienmäßig installiertem Rußpartikelfilter angeboten wird, sei der „weltweit erste dieselbetriebene Oberklasse-Geländewagen, der die Euro-4Norm erfüllt“.

Das ist sicher lobenswert, obgleich man nicht vergessen darf, dass für den gut 2,3 Tonnen schweren SUV (Sports Utility Vehicle) ein offizieller Durchschnittsverbrauch von knapp elf Litern Kraftstoff je 100 Kilometer gilt - und das ist noch höflich gerechnet. Am Ende unserer zügigen, aber keineswegs verwegenen 200-Kilometer-Testfahrt über schlammige Waldwege ebenso wie über asphaltglatte Autobahnen meldete der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 12,3 Litern. So wird wohl die Realität mit dem Touareg V6-TDI aussehen.

Andererseits ist dieser Wert auch nicht verwunderlich, wenn man das stattliche Fahrzeuggewicht und die üppigen Motor- und Fahrleistungen in Rechnung stellt. Der für den Einsatz im Touareg überarbeitete V6 TDI aus dem Konzernfundus - bei Audi treibt er bereits die Modelle A4, A6 und A8 an - leistet im VW-SUV 225 PS. Die Maschine mobilisiert 500 Nm, beschleunigt das Fahrzeug in 9,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und macht das Auto bis zu 203 km/h schnell.

Dass dies nicht zum Sparpreis funktioniert, ist klar. Doch Touareg-Käufer müssen offenbar ohnehin nicht auf jeden Euro schauen. „Im europäischen Durchschnitt“, sagt Alfred E. Rieck, Vertriebsleiter der VW-Oberklasse-Modelle, „legen die Kunden beim Touareg-Kauf 60 000 Euro auf den Tisch.“ Wer dieses Fahrzeug wählt, lässt keinen Zweifel daran, dass er Wert auf Exklusivität legt. So viel Geld für einen VW auszugeben galt vor noch nicht allzu langer Zeit als undenkbar. Das ist vorbei.

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