Auto
Jährliche HU für ältere Autos?

Für mehr Verkehrssicherheit soll nach dem Willen der Europäischen Kommission künftig eine jährliche Hauptuntersuchung (HU) bei "älteren" Autos sorgen. Automobilclubs laufen Sturm.
  • 5

DüsseldorfFür mehr Verkehrssicherheit soll nach dem Willen der Europäischen Kommission künftig eine jährliche Hauptuntersuchung (HU) bei "älteren" Autos sorgen. Automobilclubs laufen Sturm und bezeichnen den Vorschlag als Abzocke am Verbraucher, auch das Bundesverkehrsministerium äußert Bedenken.

Laut dem Entwurf müssten Autos dann erstmalig nach vier Jahren zur HU, statt nach drei Jahren wie bisher in Deutschland, und zum zweiten Mal nach sechs Jahren. Danach ist die jährliche TÜV-Prüfung angesagt. Nach einer Laufleistung von über 160 000 Kilometern müssen auch vierjährige Autos jährlich antreten. Die Kommission argumentiert, dass jedes Jahr etwa 2 000 Menschen auf Europas Straßen sterben, weil Fahrzeuge nicht verkehrstauglich gewesen seien.

Das sieht der ADAC völlig anders. Eine Verkürzung der Prüf-Intervalle erhöhe nicht die Sicherheit, sondern nütze allein den Prüforganisationen, so der Automobilclub. 2010 seien technische Mängel nur bei vier von 1000 Verkehrsunfällen mit Personenschaden die Ursache gewesen, eine technische Begründung gebe es also nicht. In Deutschland würde eine Neuregelung mehr als die Hälfte der 43 Millionen Pkw betreffen und zusätzliche Kosten von jährlich 630 Millionen Euro verursachen.

Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer lehnt den Vorschlag der EU-Kommission ab: "Unsere Prüfpraxis hat sich seit langem bewährt und kann anderen EU-Ländern hilfreiche Orientierung sein." Auf Zustimmung stößt die Kommission allein bei den Prüforganisationen, die die Hauptprofiteure von der Neuregelung sein würden.

Die Kritik an einer Verkürzung der Intervalle ist zwar durchaus nachvollziehbar, doch der potentielle Nutzen ist sehr gering, die Mehrkosten dagegen immens. Ein obligatorisches Fahrsicherheitstraining für alle Verkehrsteilnehmer oder eine bessere technische Überwachung der Reifen im Fahrzeug beispielsweise wäre nicht teurer, aber wohl deutlich effektiver.

Kommentare zu " Auto: Jährliche HU für ältere Autos?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Uli
    Den Krümmungsgrad der Gurke festzulegen war schon so ein
    Schwachsinn von der EU und nun die größte Abzocke,jedes
    Jahr zum TÜV.Was sind das für Menschen die sich so einen
    Irrsinn ausdenken?Man sollte sie sofort entlassen.

  • Ich schließe mich dem Kommentar VOM LOTHAR Datum 01.08.2012 komplett an. Vorschlagen würde ich aber, dass die POLIZEI besser auf zu laute, frisierte Motorräder / Autos achtet, denn so besteht immer die Möglichkeit mindestens wieder 2 Jahre nach einer HU eines Fahrzeugs auf dröhnenden Lärm zurück zu bauen, Hauptsache es macht Spaß !

  • Natürlich sind die neuen Pläne reine Abzocke. Ob man denn erfahren kann, wer die EU-Kommission bildet?Die Pläne über verkürzte Prüffristen existierten in Deutschland doch schon, als in der Türkei noch niemand etwas von einer turnusmäßigen Fahrzeugprüfung auch nur ahnte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%