Autobauer verhandelt über Abbau
Zetsche will tausende Stellen streichen

Der neue Mercedes-Chef Dieter Zetsche verliert keine Zeit: Noch vor Beginn der Autoshow IAA haben nach Informationen aus Unternehmenskreisen bei der wichtigsten Konzernsparte des Autokonzerns Daimler-Chrysler im Geheimen Gespräche über einen sozialverträglichen Stellenabbau begonnen.

hz FRANKFURT. Mehrere Tausend Arbeitsplätze in Deutschland seien gefährdet, heißt es. Der künftige Daimler-Chrysler-Vorstandschef Zetsche, der seit diesem Monat die PKW-Sparte des Stuttgarter Konzerns leitet, wollte sich zu Details der Verhandlungen aber nicht äußern. Das Thema werde intern analysiert und, wenn ein einvernehmliches Ergebnis vorliege, die Öffentlichkeit informiert, sagte er am Rande der IAA. Es seien allerdings weitere außerordentliche Belastungen für die Sparte nicht auszuschließen.

Noch im Herbst soll nach früheren Aussagen des Daimler-Gesamtbetriebsratschefs Erich Klemm ein Ergebnis der Verhandlungen vorliegen. Der Personalabbau könnte den Konzern erneut mit einer dreistelligen Millionen-Euro-Summe belasten, denn das Unternehmen ist an einen Beschäftigungspakt gebunden, nach dem es bis 2012 keine betriebsbedingten Kündigungen geben darf.

Die angeschlagene Mercedes-Gruppe, zu der neben Mercedes auch die Kleinstwagenmarke Smart und die Luxuskarosse Maybach zählt, ist Zetsches wichtigste Baustelle im Konzern. Der neue Mercedes-Chef muss sich nun vor allem um die Sanierung der Gruppe kümmern, die früher die Geldmaschine des Konzerns war. Der frühere Mercedes-Chef Eckhard Cordes hatte ein drastisches Kostensenkungs- und Sparprogramm namens Core angeschoben, das den Gewinn der Gruppe bis 2007 um drei Mrd. Euro in die Höhe katapultieren soll.

"Ich habe nicht vor, das Core-Programm in ein Z-Programm umzutaufen", sagte Zetsche. Er werde dort weitermachen, wo Cordes den Stab übergeben habe. Erneut gab er dabei der angeschlagenen Kleinstwagenmarke Smart Rückendeckung. Das Managementteam müsse Zeit haben, die geplanten Maßnahmen auch umzusetzen. Zugleich unterstrich Zetsche, dass er auf unbefristete Zeit die Mercedes-Gruppe leiten wolle. Es habe dies nicht initiiert, sei nun aber glücklich, dass er dieses zentrale Thema gleich angehen könne.

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