Autofahren wird immer teurer
Vollgas geben wird zum Luxus

dpa/tmn LEVERKUSEN/OSTFILDERN. Für Manager der Autohersteller ist der Blick auf die monatlichen Zulassungsstatistiken zu einem unangenehmen Erlebnis geworden: Seit Jahren sinken die Zahlen der Neuzulassungen. Es gibt viele Fakten und Zahlen, die deutlich machen, dass das Auto zu einem immer stärkeren Kostenfaktor geworden ist. Gerade im Hinblick auf die sinkende Zahl der Neufahrzeuge wird dies auch an den Preisen deutlich: „Der Durchschnittspreis eines Neuwagens liegt im Jahr 2007 bei 24 953 Euro“, sagt der Automobilforscher Prof. Ferdinand Dudenhöffer vom Prognoseinstitut B & D Forecast in Leverkusen. Das entspricht einem Anstieg um 6,5 Prozent gegenüber den Forderungen im Vorjahr - und einem neuen Rekordniveau. Über einen Fünfjahreszeitraum hat sich damit laut B & D Forecast der Neuwagen ohne Zusatzausstattungen um 2 753 Euro oder 12,4 Prozent verteuert.

Dieser Durchschnittspreis bedeutet jedoch nicht, dass sich private Käufer wirklich Fahrzeuge dieser Kategorie leisten. Vielmehr werden immer weniger Neufahrzeuge von Privatleuten gekauft. Das Gros der Zulassungen machen heute Firmenwagen aus - und die gehören nicht selten zu einer gehobeneren Kasse. Im ersten Halbjahr 2007 lag der Anteil der sogenannten gewerblichen Autokäufer an den Neuzulassungen bei 62,4 Prozent. Im Jahr 2004 waren es noch 52,5 Prozent gewesen.

Wer heute privat nach einem Auto Ausschau hält, sucht zudem nicht mehr in erster Linie die Schauräumen mit den Neuwagen auf. „Privatleute kaufen heute verstärkt Gebrauchtwagen“, sagt Siegfried Trede, Sprecher des Marktbeobachters Deutsche Automobil Treuhand (DAT) in Ostfildern (Baden-Württemberg). Dadurch lässt sich die Lücke zwischen Preissteigerung und Einkommen noch am ehesten überbrücken.

Die DAT-Experten gehen mit einem Durchschnittspreis des Neuwagens von 24 480 Euro im Jahr 2007 von einer ähnlichen Grundlage wie Dudenhöffer aus - im Jahr 2000 seien es noch 20 045 Euro gewesen, was einem Preisanstieg um 22,1 Prozent entspreche. Der durchschnittliche Monatslohn sei aber nur um 8,1 Prozent von 1 351 auf 1 460 Euro gestiegen. „Während ein Mensch im Jahr 2000 noch etwa 14,8 Monate für den Kauf eines Neuwagens arbeiten musste, waren es schon im Jahr 2006 etwa 16,5 Monate“, sagt Trede. „Wenn die Entwicklung so weiter geht, werden sich viele Menschen das Auto nicht mehr leisten können.“

Das liegt auch daran, dass beim Auto auch der Unterhalt nicht gerade billig ist. Und das liegt vor allem daran, dass Benzin immer teurer wird. Laut ADAC-Sprecher Maximilian Maurer in München hat der Club errechnet, was der Unterhalt eines VW Golf mit 1,4-Liter-Motor 1999 und 2006 monatlich gekostet hat. Festkosten wie Versicherung und Steuer erhöhten sich nur von 75 auf 77 Euro, die Reparaturkosten wuchsen von 31 auf 36 Euro. „Die Betriebskosten sind von 89 auf 130 Euro gestiegen, was vor allem an den Kraftstoffkosten liegt“, sagt Maurer. Die Obergrenze der Autokosten ist mit diesen Zahlen wohl noch nicht erreicht. Für die Zukunft ist vielmehr mit weiter steigenden Preisen vor allem bei der Anschaffung zu rechen.

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