Autosalon Paris
Der einsame Adam

Auf dem Messestand von Opel spielt der neue Kleinwagen die Hauptrolle. Doch von Aufbruch ist bei der Weltpremiere nichts zu spüren. Die Konkurrenz ist mal wieder übermächtig.
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ParisCool soll er sein, der Adam. Sieben Rapper geben sich alle Mühe Opels neuestes Modell auf dem Pariser Autosalon ansprechend für die Zielgruppe in Szene zu setzt. Den ganzen Messestand haben die Rüsselsheimer für den neuen Kleinwagen reserviert. Und dafür die drei Ausstattungsvarianten mit bewusst jugendlichen Namen aufgefahren: Glam, Jam und Slam. „Wirrwarr war mal“, rappt ein junger Mann mit Vollbart, Baumwollmütze und grünem T-Shirt zur Premiere ins Mikrofon. Schön wär‘s.

Auf der wichtigsten europäischen Automesse präsentiert sich Opel erneut ratlos. Der Auftritt der Rüsselsheimer ist weder groß, noch klein. Er  geht er unter in den aufwändigen Präsentationen der Konkurrenz. Zudem überschatten Diskussionen über das Aus des Standorts Bochum mit rund 3.200 Beschäftigten den Auftritt. Opel kämpft mit seinen Überkapazitäten. Besserung ist vorerst nicht in Sicht: "Wir gehen nicht davon aus, dass das zweite Halbjahr besser wird als das erste", betont Übergangschef Thomas Sedran. 2013 werde der Gesamtmarkt sogar noch etwas schwächer werden.

Die Antwort des ehemaligen Opel-Chefs Karl-Friedrich Stracke war stets, der Marke mit attraktiven Modellen wieder zu mehr Absatz zu verhelfen. Der Adam wäre die Gelegenheit  gewesen, auf der größten Automesse des Jahres ein gefälligeres Bild von Opel zu zeichnen. Ein optimistisches, junges, frisches. Denn dafür hat der Adam alles an Bord: Etliche Personalisierungsmöglichkeiten, wie einen Sternenhimmel aus LEDs an der Decke, Dekors für die Armatur oder iPhone-fähige Entertainment-Systeme.

Doch schon der Zeitpunkt der Opel-Präsentation ist schlecht gewählt. Sie findet so früh am Morgen statt, dass sich nur wenige Besucher an den Messestand von Opel verirren und der liegt ohnehin am Rand der Messe. Man muss schon gezielt nach Opel suchen.

„Wir wollen mit unserem Opel Adam Begeisterung wecken“, sagt Sedran. Doch niemand vom Führungspersonal wagt sich bei der internationalen Premiere des Kleinwagens auf die Bühne. Ein Foto mit den Designern, ein kurzes Begrüßungswort aus dem Lautsprecher, danach ist alles gesagt, der Stand eröffnet.

Das zweite neue Opel-Modell, den  Mini-SUV Mokka, präsentiert die gegenüber positionierte Schwestermarke Chevrolet optisch leicht retuschiert aber technisch identisch unter dem Namen Trax. Die US-Schwester ist die große Hoffnung des GM-Konzerns in Europa. Der Messe-Auftritt von Opel hinterlässt viele Fragen, wie ernst es die Marke mit der Produktoffensive meint.

Kommentare zu " Autosalon Paris: Der einsame Adam"

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  • Ja ja liebe HB Redaktion! Opel war mal wieder ratlos und hilflos in Paris und wusste nicht so richtig zu präsentieren!Und die anderen haben mal wieder alles super gemacht. Solche Berichte auf Autobild-Niveau , hätte ich auf HB nicht erwartet. SCHADE SCHADE


  • Genau am besten verzichtet man auf alle PR, Marketing und sonstige verkaufsfördernde Maßnahmen, verrammscht weiter das Image der Marke und wundert sich dann wieso alles den Bach runter geht ;) Klar schauen sich das nicht viele an, doch die paar die es tuen tragen es in die Welt. Man sieht ja was das HB daraus gemacht hat.

  • Wieso sind alle HB-Artikel über Opel negativ besetzt? Bisher habe ich ausschließlich nur positive Artikel über den Adam im Netz gefunden. Es scheint, dass die Krise bei Opel eine reine Kopfsache der Medien ist, der sich auf die Autokäufer überträgt . Unabhängiger und korrekter Journalismus sieht wohl anders aus. Das ist zu einfach für das HB. Möchte auch mal mein Geld so einfach verdienen.
    P.S. Vielleicht war ja gerade Mittag, Feierabend, oder so.

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