Autounfall
Versicherer muss Straßennässe nachweisen

Starker Regen allein reicht nicht als Argument, ein Autofahrer sei fahrlässig zu schnell gefahren. Der Versicherer muss nachweisen, dass die Straße auch zum Zeitpunkt der Fahrt nass war.

Ein Mann fuhr morgens mit seinem Porsche Boxster auf der A 3. Da wenig los war, gab er Gas und überholte auf einem Abschnitt ohne Tempolimit mit 200 Stundenkilometern ein langsameres Auto. Als er wieder auf die rechte Spur wechseln wollte, kam der Flitzer ins Schleudern. Der Ausflug in die Leitplanke endete mit einem Totalschaden. Doch die Versicherung weigerte sich zu zahlen: Am Unfalltag habe es stark geregnet, und bei Nässe sei Tempo 200 "grob fahrlässig".

Beim Oberlandesgericht Köln hatte die Assekuranz jedoch keinen Erfolg (U 64/05). Sie habe nicht bewiesen, dass der Abschnitt zum Unfallzeitpunkt nass war, sagten die Richter. Das Wettergutachten belege nur, dass es an dem Tag heftig regnete - aber nicht, ob der Regen schon am frühen Morgen eingesetzt habe. Deshalb müsse die Versicherung zahlen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%