Benzinpreise und Tanktourismus gefährden Jobs - Auch Taxis betroffen
Tankstellenpächter fordern "italienisches Modell"

Wegen der hohen Benzinpreise und des wachsenden Tanktourismus sieht der Zentralverband des Tankstellengewerbes (ZTG) bundesweit 1000 Arbeitsplätze in Gefahr. Auch das Taxigewerbe stöhnt unter den Rekordpreisen für Benzin und Diesel.

HB ERFURT/BERLIN. „In Deutschland wird nur noch das Nötigste mit dem Auto gefahren und nur noch das Nötigste getankt“, sagte der Chef der Landesverbände Mitteldeutschland und Südwest, Jochen Wilhelm, in einem dpa-Gespräch.

In den Grenzregionen sei die Situation besonders verheerend. „Ob bei Luxemburg oder Tschechien: Der Preisdruck lässt unsere Tankstellen sterben.“ Der Verband schlage deshalb das italienische Modell für Grenzregionen vor. „Die italienischen Pächter dürfen die selben Preise wie ihre slowenischen Nachbarn bieten und erhalten die Differenz vom Staat“, sagte Wilhelm. „Der Tanktourismus konnte so um 80 Prozent reduziert werden.“ Er verlangte zudem eine komplette Aussetzung der Ökosteuer. „Bei 15 Cent weniger würde Benzin und Diesel wieder eher bezahlbar.“

Die wirtschaftliche Lage der rund 150 000 Taxifahrer in Deutschland ist nach den Worten des Vorsitzenden des Taxiverbands Deutschland (TVD), Peter Kristan, „katastrophal“. Die Rekordpreise für Benzin und Diesel verschärften die ohnehin schwierige Lage der Branche. Allenfalls fünf Prozent der Betriebe hätten ihre Autos auf Erdgas- oder Biodieselbetrieb umgestellt, um zu sparen. Die meisten könnten sich diese kostspielige Umstellung nicht leisten. Nach seiner Meinung sollte für Taxis und Busse ein ermäßigter Ökosteuersatz eingeführt werden. Preiserhöhungen für die Fahrgäste drohten aber derzeit nicht, versicherte Kristan.

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