BRIC-Staaten
Die wichtigsten Märkte für das Weltauto

Suzuki und Chery machen vor, was Tata (noch) nicht schafft: Kleinstwagen zwischen bis 4.000 Euro erfolgreich zu verkaufen. Chancen bieten dafür vor allem Brasilien, Russland, Indien und China, doch der Kampf wird härter.
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Es sind vor allem die wohlhabender werdenden unteren und mittleren Bevölkerungsschichten aufstrebende Schwellenländer, die für eine wachsende Nachfrage nach Billigautos sorgen. Das Potenzial ist enorm. Experten erwarten, dass der Marktanteil der Schwellenländer am Weltautomarkt bis zum Jahr 2025 auf mehr als 40 Prozent wachsen wird. Im Jahr 2008 lag er erst bei 24 Prozent.

Mathieu Meyer, Global Head of Automotive von KPMG: "Vor einem Jahrzehnt haben sich die Hersteller in den Schwellenländern noch darauf konzentriert, preiswerte Autos für die einheimische Bevölkerung zu produzieren. Jetzt nehmen sie das Rennen mit den etablierten, großen Autokonzernen der Industrienationen auf."

Ein detaillierter Blick auf die Chancen und Risiken, die in den kommenden Jahren vor allem die BRIC-Staaten, also Brasilien, Russland, Indien und China, bieten:

Brasilien: Fiat und VW geraten unter Druck

Im Jahr 2011 bekamen die Autobauer VW und Fiat in Brasilien einen Vorgeschmack auf das, was es bedeutet, kein Billigauto im Angebot zu haben: Die chinesischen Marken JAC Motors und Chery steigerten innerhalb eines Jahres ihren Anteil an den Importfahrzeugen von zwei auf knapp zehn Prozent und überholten damit die USA und Japan als die wichtigsten Auto-Importeure in Brasilien. JAC Motors, aber auch Hyundai aus Korea betreiben aggressive Werbekampagnen: günstige Finanzierungsangebote, sechs Jahre Garantie, mit einer Ausstattung, die einem Mittelklassemodell von VW oder Fiat ähnelt.

Gegen diese neue Marktmacht der Asiaten blieb Fiat und Volkswagen, die in Brasilien Werke betreiben, nichts anderes übrig, als ihre Lobbyisten in Marsch zu setzen. Die schlugen erfolgreich Alarm in Brasília, mit dem Argument, der starke Real würde den Wettbewerb zugunsten der Importeure verzerren. Seitdem besteuert Brasilien Importe mit einem Zoll von 65 Prozent. Um 40 Prozent sind die Autoimporte dieses Jahr eingebrochen.

Doch auch das wird langfristig nicht helfen. Denn vor allem die asiatischen Billiganbieter JAC Motors, Great Wall und Chery, sowie Hyundai aus Korea bauen jetzt Fabriken in Brasilien, um die Zölle zu umgehen.

Für VW und Fiat steht viel auf dem Spiel: Unternehmensberater wie Roland Berger erwarten, dass Brasilien bereits 2015 der drittwichtigste Automarkt weltweit sein wird nach den USA und China.

Kommentare zu " BRIC-Staaten: Die wichtigsten Märkte für das Weltauto"

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  • Man sollte auch mal daran denken,dass gerade diese "...wohlhabender werdenden unteren und mittleren Bevölkerungsschichten aufstrebende Schwellenländer" den Verkehr in den Großstädten zum erliegen bringen werden,wenn sie tatsächlich alle sich ein Auto anschaffen.Selbst wenn diese Autos kein Abgase unmittelbar ausstoßen würden,wäre die Umweltbelastung durch den Bau,die Verschrottung und die Energieerzeugung für die Elektroautos unermesslich.
    Wir brauchen neue Ideen für Verkehrsmittel anstatt diesen Ländern den Mund wässrig zu machen nach Statussymbolen.

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