Daihatsu feiert Charade
35 Jahre Bullauge

Daihatsu zieht sich zwar vom deutschen Markt zurück, feiert aber vorher noch ein Jubiläum: Vor 35 Jahren rollte der Charade als pfiffiger Kompakter auf den Markt. Er galt wegen seiner Optik als schnellste Waschmaschine.
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TönisvorstDaihatsu, der japanische Spezialist für Kompaktware auf Rädern, feiert ein Jubiläum: Vor 35 Jahren rollte der Daihatsu Charade mit vier Türen und Heckklappe sowie einer Länge von gerade mal 3,46 Metern auf den Markt. Die Coupé-Version des Charade mit 3,53 Meter erreichte dank ihres Bullaugen-Fensters in der hinteren Dachsäule einen gewissen Kultstatus, und auf dem deutschen Markt wurde sie von Spöttern als die „schnellste Waschmaschine der Welt“ bezeichnet.

Unter der Haube des Fronttrieblers ging ein rauh, aber herzlich tönender Dreizylinder ans Werk, der aus knapp tausend Kubikzentimeter kräftig klingende 37 kW/50 PS herausholte. Damit kam der Charade auf gut 140 km/h und verbrauchte etwa 6 Liter Benzin auf 100 km.

Die in den Jahren 1983 und 1987 folgenden Charade-Generationen festigten den Ruf des Daihatsu als anspruchslosen Kleinwagen, der sich mit Taschengeld betreiben ließ.

Mitte der achtziger Jahre wurde auch der Charade von der sportlichen Welle ergriffen, und er kam als GTi-Variante mit drei Zylindern, Vierventiltechnik und Abgasturbolader auf 74 kW/101 PS. Damit wurde der rundlicher, aber nicht üppiger gewordene Charade als Zweitürer immerhin 185 km/h schnell und beschleunigte aus dem Stand in gut 8 Sekunden auf 100 km/h.

Die achte Generation des Charade kam im Jahr 2011 mit geräumigeren Abmessungen und der Technik des Toyota Yaris.

Seinen 20. Geburtstag feierte Daihatsu Deutschland bereits zwei Jahre zuvor, 2009. Gegründet wurde der Kleinwagenimporteur 1989, Firmensitz ist seitdem Tönisvorst am Niederrhein. Doch bereits zwölf Jahre vorher waren hierzulande die ersten Modelle der Japaner über verschiedene Importeure zu haben.

Bereits 1977 gab es den Mini-Geländewagen Daihatsu Wildcat zu kaufen, ein kastenförmiger offener Allrader mit Stoffdach. 1979 folgte der Charade. In der Folgezeit führte die Marke eine umfangreiche Palette von kleinen Stadtautos und etablierte sich als Kleinwagenspezialist.
Mittlerweile ist die Palette vielfältig, fünf Modelle bleiben unter der Vier-Meter-Marke und unterscheiden sich doch deutlich: Einstiegsauto ist der fünftürige Cuore, darüber rangiert der etwas geräumigere Sirion, den es auch mit Allradantrieb gibt. Für Retro-Fans ist der Trevis im Angebot, der äußerlich deutlich an den Mini von BMW erinnert.

Im Stil der japanischen Kei-Cars kommt der kastenförmige Materia daher, der es wegen seines auffälligen Designs in der Zulassungsstatistik aber schwer hat. Abgerundet wird die Modellpalette vom Mini-Roadster Copen und dem Mini-SUV Terios. 2008 profitierte die Marke noch vom Trend zu kleinen, preiswerten und sparsamen Autos, als deutschlandweit 13.726 Fahrzeuge zugelassen wurden, der Marktanteil damals bei 0,4 Prozent.

Mittlerweile hatte Daihatsu angekündigt, ab Ende Januar 2013 keine Autos mehr in Deutschland und Österreich anzubieten. Den Service und die Teileversorgung übernimmt dann die Emil-Frey-Gruppe. Das bekannte Automobilhandelsunternehmen ist unter anderem Importeur von Subaru, und übernimmt auch alle Neuwagen- und Anschlussgarantien.

Kommentare zu " Daihatsu feiert Charade: 35 Jahre Bullauge"

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  • "Die achte Generation des Charade kam im Jahr 2011 mit geräumigeren Abmessungen und der Technik des Toyota Yaris."

    NEIN - genau umgekehrt: Wie schon häufiger hatten die pfiffigen Entwickler bei Daihatsu ein tolles Auto entwickelt. Und da die Mutter Toyota davon profitieren wollte, wurde er flugs als Toyota Yaris eingeführt.

    Diese "Angst" vor zuviel Konkurrenz innerhalb der Unternehmensgruppe ist wohl letztlich auch der Grund, warum Daihatsu Deutschland verläßt. Allzu viele Beschränkungen (zB keine Dieselmotoren) verhindern eine angemessene Entwicklung der Marke Daihatsu.

    GM macht es bei Opel nicht besser !

    Zweimal SCHADE !

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