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Die Renaissance der Dachöffnung

dpa/gms LEVERKUSEN. Licht und Luft von oben sind wieder begehrt: Nachdem die Klimaanlage im Auto lange als Ersatz für die alt bekannte Dachluke galt, setzt nun ein Umdenken ein. Zahlreiche neue Modelle kommen mit Dächern samt Öffnungen auf den Markt.

Die offenen Dächer von heute haben jedoch nur noch das Grundprinzip mit dem alten Schiebedach gemein. Oft sind es große Glasflächen, die nicht nur der Lüftung dienen, sondern auch als wichtiges Designelement gelten.

„Die Entdeckung des Glasdaches als Designelement ist ein Impuls, der aus den USA kommt“, erläutert Hans-Joachim Lesser, Sprecher des Dachsystem-Herstellers Webasto in Stockdorf bei München. In Europa sieht Prof. Ferdinand Dudenhöffer vom Prognoseinstitut B & D Forecast in Leverkusen den Porsche Targa und das Sportcoupé der Mercedes C-Klasse als Wegbereiter.

„Gut 95 Prozent der Dachsysteme werden aus Glas gefertigt“, sagt Lesser. Konkurrenz bekommt die Glas-Luke von kompletten Glasdächern mit einem zu öffnenden Teil. Das Öffnen ist dabei oft zweitrangig: „Es geht vor allem um die Idee, einen lichtdurchfluteten Innenraum zu schaffen“, sagt Thomas May-Englert von Renault Deutschland in Brühl (Nordrhein-Westfalen). Bei Webasto ist man anderer Ansicht: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Lufteinlass durch das Dach die effektivste Art der Lüftung ist“, hält Lesser dagegen.

Generell ermöglichen die neuen Dächer die Verwirklichung anderer Fahrzeugkonzepte. So wollte Peugeot laut Sprecher Gordian Heindrichs in Saarbrücken keinen Kompakt-Van mit hoher Karosserie bauen. An dessen Stelle baute man Kombi-Varianten, deren Dachkonstruktionen zu Van-ähnlichem Raumgefühl verhelfen sollen. „Herkömmliche Vans bieten Raum dort, wo man ihn am wenigsten braucht - nämlich oben.“

Ein Glasdach in einem niedrigeren Auto ermöglicht laut Heindrichs durch den Lichteinfall ein vergleichbares Raumgefühl ohne die Nachteile anderer Konzepte. Dem entsprechend wird das Kombi-Modell des kompakten 307 in einer Normal-Version mit Blechdach sowie als 307 SW mit Glasdach angeboten.

Andere Hersteller haben entdeckt, dass Glasdächer nicht nur Licht und Luft bieten können. So gibt es bei Audi Dächer mit Solarzellen, die Energie erzeugen. „Damit wird bei hohen Außentemperaturen im stehenden Wagen die Lüftung aktiviert“, erläutert Audi-Sprecher Joseph Schlossmacher in Ingolstadt. „Es gibt auch echte Hightech-Produkte wie das Dach im Maybach, bei dem sich der Lichteinfall auf Knopfdruck regeln lässt“, ergänzt Dudenhöffer.

Bei dem System wird eine „elektrotransparente Scheibe“ eingesetzt. Ein solcher Aufwand wird vorerst wohl der Nobelklasse vorbehalten sein. Ansonsten geht es in eine andere Richtung: „Es wird unter anderem über andere Materialien als Glas nachgedacht“, sagt Webasto-Sprecher Lesser. Denn Glas ist vergleichsweise schwer und sein Einsatz bei stark gerundeten Dachformen problematisch. „Eine Lösung ist ein Kunststoff wie Polykarbonat.“ Das Lamellendach der neuen A-Klasse von Mercedes bestehe bereits daraus.

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