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Falsche Tuningteile können gefährlich werden

Obwohl der Rest der Autobranche darbt, erwarten die Tuning-Unternehmen auch dieses Jahr ein wachsendes Geschäft. Doch der Erfolg bringt auch Probleme mit sich: Einige unseriöse Anbieter kopieren erfolgreiche Zubehörprodukte.

dpa/gms DÜSSELDORF. Obwohl der Rest der Autobranche darbt, erwarten die Tuning-Unternehmen auch dieses Jahr ein wachsendes Geschäft. Doch der Erfolg bringt auch Probleme mit sich: Einige unseriöse Anbieter kopieren erfolgreiche Zubehörprodukte.

Das Problem betrifft nicht nur die Tuner, „Piraten-Teile“ am Auto können auch für die Insassen gefährlich werden. „Das Phänomen besteht schon lange, es verstärkt sich in letzter Zeit aber“, erklärt Hans-Jörg Köninger vom Verband Deutscher Automobil-Tuner (Vdat) in Düsseldorf. Illegal nachgebaut werden vor allem Aerodynamik-Anbauteile: „Spoilerteile, eigentlich aus hochwertigen Materialien, werden in Polyester abgekupfert und oft sogar mit der Original-Herstellerkennzeichnung versehen.“

Auch Räder werden nachgefertigt, hinzu kommen Kleinteile. „Das gilt zum Beispiel für Aluminium-Pedale und Schaltknäufe“, erläutert Köninger. „So schlimm wie derzeit war es noch nie“, sagt Rüdiger Völkner vom Tuner Oettinger im hessischen Friedrichsdorf. Angeboten wird die Ware über das Internet oder auf Messen.

Völkner ist den Fälschern im Netz auf der Spur. Was er da findet, überrascht ihn immer wieder: „Das reicht von nachgefertigten Oettinger-Schriftzügen für das Fahrzeugheck über Nachbauten unserer Aerodynamikteile aus billigem Kunststoff bis hin zu vermeintlichen Anbauteilen, die wir im Original niemals hergestellt haben.“

Für viele Käufer sind die Preise der Nachbauten verlockend. Wie diese zu Stande kommen, ist laut Jochen Eckelt von JE-Design im baden-württembergischen Leingarten, einfach zu erklären: „Wir tragen die Kosten für Entwicklung und Prüfung der Teile - die Produktpiraten brauchen sie nur noch zu kopieren.“

Niemand kann sagen, wie viele Imitate im Umlauf sind. „Es gibt in diesem Bereich ein hohe Dunkelziffer“, erklärt Otmar Kup vom Tuner Zender in Mülheim-Kärlich (Rheinland-Pfalz). „Je mehr kriminelle Energie dahinter steckt, desto schwerer wird es, das gefälschte Teil vom Echten zu unterscheiden“, sagt Eckelt. Laien dürften bei der Überprüfung schnell an ein Originalteil glauben, wenn der Fälscher die ursprüngliche Identifizierungsnummer in den Teilen nachgefertigt hat und sogar die nötigen Papiere mitliefert - ebenfalls kopiert.

Doch auch perfektionierte Nachbauten schützen nicht vor Problemen. „Nachbauten sind oft von den Montagemöglichkeiten her sehr primitiv“, so Köninger. „Die Gefahr ist sehr groß, dass ein solches Anbauteil während der Fahrt wegfliegt.“ Problematisch sind auch nachgebaute Räder, die nicht geprüft worden sind.

Selbst wenn die Fälschung gelungen erscheint, kann der Schwindel bei der nächsten Hauptuntersuchung auffliegen. „Bei einem Spoiler erkennen wir anhand von Konsistenz und Optik, ob es sich um den in den Papieren angebenen Kunststoff oder ein einfacheres Material handelt“, erläutert Roger Eggers vom TÜV Nord in Hannover.

„Vor allem beim Kauf über das Internet ist Vorsicht wichtig“, warnt Jochen Eckelt. „Man sollte prüfen, wer die Teile anbietet und ob er genaue Angaben über sich macht.“ Größere Lieferanten setzen auf professionelle Hilfe, um den Piraten auf die Spur zu kommen - wie der Leuchten-Hersteller Hella in Lippstadt. „In unserem Auftrag ist die Detektei Pinkerton unterwegs“, sagt Pressesprecher Ulrich Köster.

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