Forschungsstelle Automobilwirtschaft sieht wachsenden Bedarf
Hersteller setzen auf Billig-Autos

Für preiswerte Autos gibt es nach Einschätzung von Branchenexperten auch in Deutschland eine steigende Nachfrage.

HB HAMBURG. Angesichts knapper Kassen von jungen Familien, Arbeitslosen und Berufseinsteigern könne von einem wachsenden Markt für Modelle wie den Dacia Logan von Renault ausgegangen werden, sagte der Leiter der Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW), Wolfgang Meinig, am Donnerstag. Seinen Worten zufolge werden sich Kunden, die sich für einen gut erhaltenen Gebrauchtwagen aus dem oberen Segment interessieren, künftig verstärkt überlegen, ob sie nicht für das gleiche Geld einen Neuwagen kaufen.

Der in Rumänen von der Renault-Tochter Dacia gebaute Logan sollte dieser Tage in der billigsten Version für 7 500 Euro in Westeuropa eingeführt werden. Den Anfang wollte Renault am Donnerstag auf dem Heimatmarkt Frankreich machen. Gut eine Woche später ist die Markteinführung in Deutschland geplant.

Angesichts knapper Kassen vieler Verbraucher wollen derzeit mehrere Hersteller Modelle zu Preisen unter 10 000 Euro anbieten, um ihre Absätze in der Flaute zu stabilisieren. Der japanische Autobauer Toyota und sein französischer Konkurrent PSA Peugeot Citroen bauen im tschechischen Kolin die Kleinwagen Toyota Aygo, Peugeot 107 und Citroen C1. Die Stadtwagen können besonders günstig angeboten werden, weil sie eine einheitliche Plattform nutzen und die Löhne in Tschechien niedrig sind.

Europas Marktführer Volkswagen kontert mit dem Fox aus brasilianischer Produktion. Auch andere Hersteller wie Ford mit dem Ka Student bieten Autos zu Preisen unter 10 000 Euro an. Das Rennen um die besten Plätze im Kleinwagensegment hatte mit dem Logan begonnen, der ursprünglich für die Märkte in Osteuropa konzipiert war.

Das bisherige Angebot hat die Verbraucher kaum zum Kauf gereizt. Die Nachfrage nach Kleinstautos ist Meinig zufolge im ersten Quartal deutlich gesunken. Während von Januar bis März 2004 noch 31 000 Minis und Stadtflitzer wie der Smart von Mercedes neu zugelassen wurden, seien es im gleichen Zeitraum diesen Jahres nur 24 000 gewesen. Auch im klassischen Kleinwagensegment von VW-Polo, Opel Corsa und Peugeot 106 ergab sich ein Rückgang, und zwar auf 135 000 Einheiten von 138 000 im Vorjahr, wie Institutsleiter Meinig erläuterte.

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