Hintergrund zum 79. Genfer Autosalon
Wann springt Absatz wieder an?

Die Autohersteller dürften in den kommenden Tagen bange Blicke in Richtung Genf richten. Seit Herbst hat die Branche eine beispiellose Talfahrt mit Absatzeinbrüchen von bis zu 30 Prozent hinter sich.

dpa-afx MÜNCHEN/STUTTGART. Die Frage aller Fragen auf dem diesjährigen Genfer Autosalon (5. bis 15. März) wird also sein: Wann springt die Nachfrage nach Autos endlich wieder an? Lichtblicke sind derzeit die Einigung auf eine CO2-basierte Kraftfahrzeugsteuer und die Abwrackprämie der Bundesregierung. Diese sorgt zumindest dafür, dass sich die übervollen Lager wieder leeren. Opel zum Beispiel verkaufte im Februar dank der Abwrackprämie so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr. Auch Volkswagen profitiert stark von dem Anschub. Ob die Prämie die Nachfrage dauerhaft anschieben kann, steht derzeit allerdings in den Sternen.

Im Januar jedenfalls brach der Auto-Absatz in Europa um 27 Prozent auf 958 500 Wagen ein, in Deutschland um 14 Prozent auf knapp 190 000. 2008 war bereits eines der schwächsten Autojahre seit der Wiedervereinigung. Und nach Einschätzung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sieht es auch in den kommenden Monaten kaum besser aus. Die Finanzkrise hat den Verbrauchern nicht nur die Lust auf neue Autos verhagelt, auch die Finanzierung ist schwerer geworden, da die Banken kaum noch Geld herausrücken. Hinzu kommt eine verfehlte Modellpolitik bei einigen Herstellern. Größer, stärker, schneller hieß lange die Devise. Gefragt ist derzeit aber eher klein und sparsam.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt aber für die zweite Jahreshälfte. Die staatlichen Konjunkturprogramme könnten dann für eine Erholung sorgen. Daimler -Chef Dieter Zetsche machte zuletzt einen Silberstreif am Horizont aus und hält im zweiten Halbjahr eine "moderate Belebung" für möglich. Auch der Autoexperte Willi Diez rechnet damit, dass zumindest der Abwärtstrend abgebremst wird. Vor allem in den USA werden voraussichtlich "Erholungstendenzen" im laufenden Jahr erkennbar werden, sagt der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule Nürtingen-Geislingen.

Das ist auch dringend nötig. Die US-Autobauer type="unknownISIN" value="DaimlerChrysler Inc">Chrysler und General Motors kämpfen ums Überleben. Die General Motors (GM) -Tochter Saab ist bereits pleite, die deutsche Tochter Opel denkt über eine Abspaltung von der Mutter nach, um sich zu retten. Die Eigentümerin des fränkischen Zulieferers Schaeffler, Maria- Elisabeth Schaeffler, demonstrierte weinend für Hilfe vom Staat. Der Rest der Branche ist fest auf die Kostenbremse getreten. Nahezu alle Hersteller von BMW über Daimler bis hin zu Volkswagen und Toyota meldeten zuletzt Produktionskürzungen, Kurzarbeit und rigide Sparprogramme.

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