In Deuschland sind erst 500 Logan verkauft worden, für weitere 400 gibt es Kaufanträge
Vom gefeierten Geizauto zum Ladenhüter

Wenn irgendwo „billig“ draufsteht, dann gibt es bei den Deutschen meist kein Halten mehr. Auf die Plätze, fertig, kaufen! Beim Dacia Logan scheint das anders zu sein. Obwohl das neue Geizauto des französischen Renault-Konzerns gerade einmal 7 200 Euro kostet, bleibt der Ansturm aus.

FRANKFURT. Zwei Monate nach dem Start in Deutschland sind nur 500 Wagen ausgeliefert worden, für 400 liegen Kaufanträge vor. Zum Vergleich: Beim Fox, dem Einstiegsmodell von Volkswagen, liegen die Zulassungen allein im Juli bei 3 788 Autos.

Ziel: 3 000 Wagen in 2005

Bei Renault Deutschland ist von Unruhe allerdings nichts zu merken. „Der Absatz liegt im Rahmen unserer Erwartungen. Unser Ziel ist, 2005 insgesamt 3000 Logan zu verkaufen“, sagt Sprecher Martin Zimmermann. Seine Gelassenheit überrascht Branchenkenner nicht. Denn: Die Einführung des Logan in Westeuropa war konzernintern ohnehin umstritten. Ein zu großer Erfolg der rumänischen Tochter hätte den Absatz der eigenen Modelle kannibalisieren können.

Ursprünglich war der Logan nur für Schwellenländer gedacht. Erst als Medien und Kunden auf das Billigauto aus dem Osten aufmerksam wurden, gab Renault dem Druck nach und entschied sich für einen Verkaufsstart im Westen. Das allerdings mit relativ kleinen Stückzahlen und magerem Marketing. Auf Fernsehwerbung wurde sogar ganz verzichtet.

Ob die Nachfrage nach dem Logan in Deutschland bis Jahresende noch anzieht, ist mehr als fraglich. Gerade erst gab es negative Schlagzeilen. Bei einem Ausweichtest des ADAC überschlug sich das rumänische Billigauto, und das bei einer Geschwindigkeit von nur 65 Stundenkilometern. „Eine an sich unkritische Situation, die dank ESP heute weder an das Fahrwerk noch an die Fahrkünste des Fahrers allzu große Ansprüche stellt“, meinten die Tester des ADAC. Der Logan verfügt zwar nicht über ESP. Doch auch ohne „darf ein Fahrzeug in einer solchen Situation maximal schleudern, aber keinesfalls umkippen“. Später relativierte der ADAC seine Kritik, der Imageschaden bleibt.

Billigautos als Trend

Neben Renault versuchen auch andere Hersteller, im Markt der Billigstautos zu punkten. Dazu zählen Volkswagen mit dem Fox (9 000 Euro), Ford mit dem Ka Student (8 000 Euro), Opel mit einer deutlich abgespeckten Version des Corsa (10 000 Euro) und Kia mit dem Picanto (8 700 Euro). Eines haben all diese Wagen gemein: Sie werden in aller Regel nicht in Deutschland, sondern im Ausland gebaut. Der Logan etwa entsteht im rumänischen Pitesti. Hier laufen täglich bis zu 640 Fahrzeuge vom Band.

Link:
Bilder und Hintergrundinfos zum Billigauto Dacia Logan
»www.daciagroup.com

Quelle: »NEWS Frankfurt

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