Kfz-Zulassung
Straßenverkehrsamt soll ins Internet umziehen

Behörden des Bundes und der Länder werkeln an einer Reform der Kfz-Zulassung. Spätestens im Jahr 2013 soll die Fahrt zur Zulassungsstelle überflüssig werden. Dann soll die Kfz-Zulassung auf den Onlinebetrieb umgestellt sein. Die An- und Abmeldung erledigt der Bürger vom heimischen PC oder per Handy, das Nummernschild käme mit der Post.

HB HAMBURG. Behörden des Bundes und der Länder werkeln an einer Reform der Kfz-Zulassung. Spätestens im Jahr 2013 soll die Fahrt zur Zulassungsstelle überflüssig werden. Dann soll die Kfz-Zulassung auf den Onlinebetrieb umgestellt sein. Die An- und Abmeldung erledigt der Bürger vom heimischen PC oder per Handy, das Nummernschild käme mit der Post. Das jedenfalls ist das Ziel des Hamburger Staatsrates Detlef Gottschalk, der dieses Projekt zur Zeit im Auftrag der Bundesregierung und der Länder vorantreibt.

„Wir wollen möglichst bald eine onlinegestützte An-, Um- und Abmeldung von Kraftfahrzeugen ermöglichen“, sagt Gottschalk und will schon in zwei Jahren das erste Pilotprojekt in Gang setzen.

Bisher gibt es in Deutschland 499 Zulassungsbehörden. Wer in dünn besiedelten Gegenden wohnt, verbringt schnell einen ganzen Tag mit der Anmeldung oder Ummeldung seines Autos. „Jedes Jahr werden eine Milliarde Kilometer verfahren, um die Autos von und zu den Zulassungsstellen zu bewegen, das sind 250 000 Tonnen unnötig produziertes CO2“, sagt Gottschalk.

Sein Vorbild ist die Regelung in Schweden: Dort gibt es ein nationales Autoregister, die Wagen werden von den Bürgern in dem dünn besiedelten Land online an- oder umgemeldet. Die Plakette bekommt der Schwede per Post: Sie ist nur für ein bestimmtes Kennzeichen gültig, Betrugsversuche werden so unmöglich. Wenn jemand umzieht, wird bei der Adressummeldung das Auto gleich mit umgemeldet – in Deutschland sind das zurzeit zwei getrennte Prozeduren.

Es gibt zwar schon ein zentrales Computerregister aller Autos beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg, aber jeder Landkreis, jede Stadt wacht weiter über ihr örtliches Register. Deshalb kommt der größte Widerstand gegen die Umstellung auf das Internet aus den Kfz-Verwaltungen. Das Projekt soll mit dem Hinweis gestoppt werden, es laufe doch alles gut, warum etwas ändern? „Wir wollen es dem Bürger aber leichter machen“, entgegnet Gottschalk.

Die Projektgruppe in Hamburg kommt dabei gut voran: Im kommenden Jahr führen die Versicherungsunternehmen eine gemeinsame Datenbank für alle Autos ein. Damit wird die alte Versicherungskarte überflüssig, mit der zur Zeit noch der Versicherungsschutz bei der Anmeldung nachgewiesen werden muss. Ein ähnliches Register soll für Tüv-Prüfungen entstehen, um die Verkehrssicherheit des Autos zu prüfen.

Das dritte Element für die Onlinezulassung ist die Identifikation des Autohalters: Wie vermeiden, dass jemand per Internet etwa das Auto von jemand anderem abmeldet? Hier hofft die Hamburger Arbeitsgruppe auf Hilfe von Innenminister Wolfgang Schäuble: Sein Ministerium arbeitet an einem elektronischen Personalausweis „mit Signaturfunktion“, wie die Fachleute sagen. Ein Computerchip mit einer Geheimnummer wie bei der EC-Karte könnte Sicherheit schaffen.

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