Kommentar
Amerikanische Elektro-(Alb)träume

Ob US-Präsident Obama wie angekündigt, in fünf Jahren einen Chevrolet Volt kaufen kann, erscheint zweifelhaft. Zurzeit stockt der Verkauf. Es kommen Zweifel auf, ob Elektroautos überhaupt den Markt aufmischen können.
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RüsselsheimTechnische Delikatessen aus Detroit sind Mangelware. Deshalb trifft es die amerikanische Autoindustrie auch bis ins Mark, wenn Kunden und Öffentlichkeit den Volt von General Motors nicht so zügig kaufen, wie erwartet. Für den Absatz des nahezu baugleichen Ampera übt man sich bei Opel noch in Zuversicht. Dagegen hat General Motors jetzt für zunächst etwa vier Wochen die Produktion von Volt/Ampera eingefroren: Der Verkauf stockt, die Zahlen sind enttäuschend und schon kommen Zweifel auf, ob das alternative Auto-Doppel überhaupt die Fähigkeit hat, den Markt aufzumischen.

Die beiden Elektro-Hybrid-Autos sollten nicht nur Verkaufsschlager werden, sondern auch als Beleg für die High-Tech-Fähigkeit des General-Motors-Konzerns dienen, dem nur mit staatlicher Sofort-Rente das Überleben möglich wurde. Denn der automobile Fortschritt entsteht längst nicht mehr in den USA, sondern in Europa und in Japan. Technisch sind Volt und Ampera tatsächlich rollende Meisterwerke der Ingenieurskunst. Mit riesigem Regel- und Abstimmungs-Aufwand verbinden sie das elektrische Fahren mit dem sogenannten Range Extender: als Reichweiten-Verlängerer dient ein Benzinmotor und er liefert den allergrößten Teil der elektrischen Energie, die zum Fahren eingesetzt wird.

Eigentlich eine feine Sache, zumal man den Opel Ampera auch direkt an der Steckdose aufladen und als reines Elektroauto bewegen kann. Allerdings nicht für die Fahrt von Düsseldorf nach München, aber da springt dann der Benzinmotor ein. Das größte Hindernis für den Kauf von Volt oder Ampera ist in Amerika und in Deutschland der Preis: Ab 40 000 Dollar oder knapp 43 000 Euro sind für das High-Tech-Auto fällig.

Da kommt es nicht zu Hamsterkäufen und ob die Industrie nicht doch das Opfer einer Umwelt-Politik geworden ist, die ohne den Markt gemacht wurde, muss sich erst noch entscheiden. Ob US-Präsident Obama wie angekündigt, sich in fünf Jahren einen Volt kaufen kann, erscheint zweifelhaft. Vielleicht wird er einen Gebraucht-Volt erwerben müssen.

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  • Ich würde das Auto auch gerne für 40 000 Dollar, das sind nach dem derzeitigen Kurs ca. 30 000 Euro kaufen wollen. Warum kostet der aber bei uns 43 000 Euro? Liegt es vielleicht daran, dass die Amis mit günstigen Preisen geködert werden sollen und wir hier die Autos dort subventionieren sollen? Oder will uns die Automobilindustrie beweisen, dass sie diese Autos zwar herstellen kann, aber die Nachfrage fehlt? Kein Wunder, bei den Preisen!

  • Es sollte vor allem eine Mahnung sein, nicht gebetsmühlenartig zu behaupten, Umweltschutz würde sich rechnen. Nein, deutliche Kraftstoffeinsparungen kosten richtig viel Geld. Wer weniger CO2 will, muss deshalb auch deutlich sagen, dass Mobilität viel teurer wird. Wer hofft man könnte sich da durchmogeln und wenn Dinge wie die Energiewende einmal auf den Weg gebracht wären, könnte man das nicht mehr stoppen und die Bürger müssten dann eben mit dem Erreichten zurechtkommen irrt gewaltig. Beim Geld hört bekanntlich der Spaß auf. Also ehrlich sein, die Bürger mitnehmen und nur machen, was sinnvoll und bezahlbar ist.

  • einen solchen Antrieb sollte man auch gut verpacken,
    In einem 4 sitzigen Cabrio, da würde die zahlungskräftige Lifestlye Kundschaft anbeisen

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