Kompaktklasse
Die Konkurrenz für den Golf wächst

Sie kommen von oben und von unten: Neue Konkurrenten nehmen auf dem Genfer Autosalon den VW Golf in die Zange. Dabei ist der Bestseller aus der Kompaktklasse in den Messehallen am Lac Léman (fast) gar nicht vertreten.
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Genf«A steht für Angriff». Selten hat sich Mercedes-Chef Dieter Zetsche so kampfeslustig gegeben, wie beim Debüt der neuen A-Klasse auf dem Genfer Autosalon mit diesem Ausspruch. Bislang spielen die Schwaben in der Kompaktklasse nur eine Nebenrolle. Doch nun wollen sie sich mit ihrem neu aufgelegten Einstiegsmodell ein größeres Stück vom Kuchen sichern. «50 Prozent der Kunden wollen wir von der Konkurrenz erobern», sagt Zetsche. Dabei zielt er zunächst auf direkte Konkurrenten der sogenannten Premiumhersteller, also den Audi A3 und den 1er BMW, ab.

Doch alles, was kompakt gebaut ist und rollt, muss sich auch an einem anderen Auto messen lassen: dem VW Golf. Er ist der Prüfstein für jedes Modell zwischen 4,00 und 4,50 Meter. Schließlich führt der ewige Bestseller das Segment seit seinem Debüt 1974 ununterbrochen an - nicht umsonst hat sich der Begriff Golfklasse eingebürgert.

Ein «jugendlicheres Design» der flacheren Karosse, sparsamere und dennoch kräftigere Motoren sollen es bei Mercedes nun richten. Zudem bekommt die A-Klasse eine neue Infotainment-Ausstattung - das iPhone von Apple kann eingebunden werden - und die Preise sollen wettbewerbsfähig gestaltet werden.

«Wir halten das Niveau des Vorgängers», lautet die unverbindliche Ansage aus Stuttgart. Erst kurz vor dem Marktstart im September will man konkreter werden. Viel mehr als die bislang als Basispreis anfallenden 21 000 Euro dürfte der neue Einstiegs-Benz also nicht kosten.

Daimler-Chef Zetsche mag zwar angriffslustig sein. Aber die Abwehr steht. BMW hat erst vor einem Jahr den 1er erneuert, und Audi enthüllte nun in Genf die dritte Auflage des A3. Anders als die A-Klasse ist der Kompakte aus Ingolstadt außen zwar eher eine Evolution als eine Revolution - sprich: Es hat sich optisch nicht viel getan.

Doch das Ambiente im Innenraum sei vornehm wie nie zuvor, und die Ausstattung so umfangreich wie nie, sagt Produktmanager Heiko Pabst von Ohain: «Selbst in unserem Flaggschiff A8 gibt es fast nichts, was man nicht auch für den neuen A3 bekommen könnte.»

Ab Sommer ist der A3 lieferbar, das Basismodell wird im Winter nachgereicht zum Startpreis von 21 600 Euro. Ob das reichen wird, um dem Konzernbruder Golf auf die Pelle zu rücken? Selbst von Ohain winkt mit Blick auf den jahrelangen Siegeszug des Golf ab. Der Konkurrenz aus dem Premiumsegment sieht er jedoch gelassen entgegen.

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  • Einstiegsbenz ist ja wohl eine ungewollt absurde Bezeichnung für ein Auto, das im Gegensatz zu seinem Vorgänger das (echte) Einsteigen so unkomfortabel gemacht hat und damit die eigentliche Zielgruppe der Älteren vergrault.

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