Kooperation mit dem malaysischen Autohersteller eröffnet Zugang zum Markt Südostasiens
Volkswagen verhandelt mit Proton über Partnerschaft

Der Volkswagenkonzern und der malaysische Autohersteller Proton verhandeln über eine strategische Partnerschaft. Das bestätigte ein VW-Sprecher Donnerstag Abend dem Wall Street Journal. Ob sich Volkswagen auch finanziell an Proton beteiligt, ist noch unklar.

wsj/fas DÜSSELDORF. Mit einem Einstieg bei dem staatlich kontrollierten Autobauer hätte Volkswagen einen Fuß in dem schnell wachsenden Automarkt Südostasiens. Allein auf dem malaysischen Markt hat Proton einen Anteil von mehr als 50 Prozent. Zudem könnte Volkswagen die umfangreichen Produktionskapazitäten von Proton nutzen. Diese lägen dann in der geplanten Asean-Freihandelszone. Die zehn Mitglieder des Staatenbundes wollen im kommenden Jahr die Zölle auf Autos und Fahrzeugkomponenten drastisch senken. Bislang rangiert Volkswagen in dieser Region gegenüber den japanischen und koreanischen Anbietern auf den hinteren Plätzen.

Bereits im August hatte der frühere Regierungschef und jetzige Konzernberater Mahathir Mohamad über Verhandlungen mit einem europäischen und einem koreanischen Konzern gesprochen, nachdem Mitsubishi seinen 7,9-Prozent Anteil verkauft hatte. Proton selbst hatte noch am Mittwoch die Verhandlungen mit zwei ausländischen Autokonzernen bestätigt. „Wir hoffen, das ganze noch vor Ende des Jahres über die Bühne zu bringen“, sagte Proton- Chef Tengku Mahaleel Ariff vor Journalisten in Kuala Lumpur. Die Verhandlungen mit Volkswagen wollte Proton am Donnerstag „weder bestätigen noch dementieren.“ Eine Konzernsprecherin stellte aber klar, dass es in den Verhandlungen keinesfalls darum gehe, einem ausländischen Konzern die Führung zu überlassen. „Es ist im Firmeninteresse, dass Proton eine malaysische Firma bleibt.“ Noch hält der Staat 38 Prozent an dem nationalen Prestigeprojekt.

Proton ist dringend auf ausländische Hilfe angewiesen. Fast zwei Jahrzehnte lang hegte der Staat den Autobauer mit einem Schutzzoll auf Importautos von 300 Prozent. Doch mit der schrittweisen Öffnung des Heimatmarktes gewinnen vor allem Honda und Toyota immer mehr an Boden. Und zu Beginn des kommenden Jahres sollen mit Inkrafttreten des Freihandelsabkommens die Zölle auf 20 Prozent sinken, 2008 sollen es nur noch fünf Prozent sein.

Die geplante Freihandelszone, die Malaysia zur Öffnung seines Marktes zwingt, dürfte das Interesse internationaler Autokonzerne an der Region erhöhen. Nach den Regeln des Abkommens wird jeder Hersteller, ob Asiat oder internationaler Großkonzern, der mindestens 40 Prozent seiner Teile aus der Region bezieht, in den Genuss der günstigen Freihandelstarife kommen. Neben Malaysia zählen auch Thailand, Vietnam und Indonesien zu den Vertragsstaaten. Malaysische Experten vermuten hier ein Absatzpotential von bis zu 800 000 Autos pro Jahr.

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