Lizenzen der Japaner stoßen auf großes Interesse
Toyota bietet GM Hybridtechnologie an

Der japanische Autokonzern Toyota ist bereit, dem angeschlagenen US-Autobauer General Motors (GM) Zugang zu seiner Hybrid-Technologie zu gewähren.

hof/hz FRANKFURT. „Toyota ist interessiert daran, GM die Technologie zu liefern, wenn sich die Chance bietet“, sagte Toyota-Chef Hiroshi Okuda am Montag in Tokio. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ will GM-Chef Rick Wagoner eine solche Zusammenarbeit bei seiner Japan-Reise Mitte Mai mit Spitzenmanagern von Toyota erörtern. GM-Sprecher Scott Fosgard wies dies jedoch zurück.

Doch bei der Hybrid-Technologie – der Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor – scheint aktuell kaum ein Hersteller an Toyotas Führungsrolle vorbei zu kommen. Auch US-Konkurrent Ford sowie dessen Tochter Mazda und die Renault-Beteiligung Nissan greifen auf Toyotas Hybrid-Lizenzen zurück.

GM hat zwar im Dezember eine Allianz für die Hybrid-Entwicklung mit dem deutsch-amerikanischen Autobauer Daimler-Chrysler geschlossen. Doch Ergebnisse aus dieser Kooperation sind frühestens in zwei Jahren zu erwarten. Zudem dürfte die neu entwickelte Technik, die deutlich effektiver als das Toyota-System arbeiten soll, anfangs nur für einen kleinen Teil der Modellpalette zur Verfügung stehen. Geplant sind in einem ersten Schritt Hybrid-Geländewagen. Da der angeschlagene US-Konzern GM aber schnelle Erfolge braucht, könnte die bewährte Toyota-Technik helfen.

Auch die europäischen Konkurrenten werden noch mindestens zwei Jahre brauchen, um mit eigenen ersten Hybrid-Serienmodellen vorfahren zu können. Für den VW-Konzern sollen nach Aussagen von Audi-Chef Martin Winterkorn die Ingolstädter mit ihrem Geländewagen Q 7 den Anfang machen, BMW arbeitet ebenfalls an einem solchen Antrieb.

Jahrelang hatten die Autobauer in den USA und Europa die Technologie als Marketinggag abgetan und liegen nun in der Entwicklung nach Expertenmeinung vier bis fünf Jahre hinter den Pionieren Toyota und Honda zurück.

Bedeutende Stückzahlen für Hybrid-Fahrzeuge sind vorerst nur auf dem US-Markt zu erwarten. Denn die Amerikaner verschmähen den in Europa beliebten Diesel, der bei Fahrmustern mit einem hohen Anteil von Überlandfahrten Vorteile gegenüber dem Hybrid hat. Bisher führt die Hybrid-Technik aber selbst in den USA lediglich ein Nischendasein. 2004 wurden in Nordamerika 85 000 Hybrid-Autos verkauft, auf einem Gesamtmarkt von fast 17 Mill. Fahrzeugen ein Anteil von rund 0,5 Prozent. Doch die Beliebtheit der als umweltfreundlich geltenden Wagen steigt rasant: Allein Toyota will mit zusätzlichen Modellen den Hybrid-Absatz in den USA 2005 mehr als verdoppeln. Eine Studie sagt voraus, 2008 werden fast zwei Millionen Hybrid-Fahrzeuge auf den US-Straßen rollen. 2015 könnte der Marktanteil bei Neuwagen fast ein Fünftel betragen.

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