Luxus-Dienstwagen
Viel Rabatt hilft dem Phaeton nur wenig

Die "Gläserne Manufaktur" für den VW Phaeton feiert im zehnten Jahr Produktions- und Besucherrekorde. Doch erst seit China Geschmack am großen Volkswagen gefunden hat, kommt Schwung in das Werk.
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DresdenSeit zehn Jahren arbeitet in Dresden die "Gläserne Manufaktur", die wohl spektakulärste Autofertigungsstätte, die VW 2001 zum Produktionsstart ihrer Luxuslimousine Phaeton eigens errichtet hatte. Im Jubiläumsjahr 2011 feierte das Werk mit mehr als 11.000 montierten Limousinen einen Produktionsrekord. 2010 war mit 7.500 neuen Phaetons ebenfalls eine Bestmarke gesetzt worden.

Dass der Wettbewerber von der Mercedes S-Klasse erst im zehnten Produktionsjahr so richtig in Schwung kommt, liegt aber nicht an der starken Nachfrage in Deutschand, sondern vor allem am schnell wachsenden Geschmack chinesischer Kunden an dem großen Wolfsburger.

Mehr als 3.000 Phaetons gingen 2011 von Dresden aus auf die Reise ins Reich der Mitte. In den ersten neun Jahren waren insgesamt nur rund 50.000 Limousinen gebaut worden.

Die Wolfsburger hatten ihr Flaggschiff im Mai 2010 umfassend überarbeitet und zu dem Zeitpunkt zu Preisen ab 66.500 Euro in den Handel gebracht.

Aktuell zeigen Daten des Online-Autoportals MeinAuto.de und aus der Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) aber auch, dass weder das Facelift noch der Exporterfolg dem Phaeton hierzulande zum ganz großen Durchbruch verholfen haben.

Satte 34,5 Prozent Rabatt bekommen den Daten von Januar bis November 2011 zufolge sogenannte Eroberungskunden (also Erstkunden) auf den Phaeton als Dienstagwagen, was im deutschen Markt eine Rekordmarke sein könnte.

Als mögliche Erklärung für einen solch starken Kaufanreiz, wie man ihn sonst eher von Kleinwagen im Importbereich kennt, taugt die Zulassungsstatistik. In der fährt der wenig umweltfreundliche Luxusschlitten der offenbar prestigeträchtigeren Konkurrenz von Audi A8, Mercedes-Benz S-Klasse und 7er BMW deutlich hinterher.

Der Phaeton hatte zuletzt für unschöne Schlagzeilen gesorgt. Im Internet hatte der Autohersteller auf der eigenen Website im Fahrzeugkonfigurator die Effizienzklasse "H" aufgeführt, weshalb sein Luxusmodell nicht in der schlechtesten Klasse eingestuft erschien.

Die Deutsche Umwelthilfe prangerte dies wenige Tage später als "dreiste Verbrauchertäuschung" an, das die gesetzliche Skala nur bis "G" reicht. VW wies das entschieden zurück und sprach von einem bedauerlichen Irrtum.

Bei genauerer Betrachtung der Statistik ist leicht zu erkennen, dass sogar rekordverdächtige 45 Prozent aller Phaeton-Zulassungen auf die Branche selbst gehen, also vom Hersteller oder von Händlern (etwa als Tageszulassung und zu Probefahrten) zugelassen wurden. Das ist ein überdurchschnittlich hoher Wert. Der Erfolg in China ist also nur eine Seite der Medaille.

Rekorde anderer Art feiert derweil die "Gläserne Manufaktur" 2011. Ihre Besucherzahlen erreichten mit 145.000 ein neues Rekordniveau. Mehr als 2.000 Abholer von Phaeton, Tuareg und CC wollten den Auslieferungsservice der Manufaktur mit Rundgang und umfassenden Besuchsprogramm in Dresden in Anspruch nehmen.

(Mit Material von mid und meinauto.de)

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt Online / Redakteur

Kommentare zu " Luxus-Dienstwagen: Viel Rabatt hilft dem Phaeton nur wenig"

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  • Der Phaeton verbreitet eine ganz spezielle Atmosphäre... Langeweile pur.

    Eine derart einschläfernde, dem Durchschnittsgeschmack huldigende, absolut nichtssagende Möhre würde ich nur dann anschaffen, wenn ich ein Problem mit Neidern hätte.

  • @dickschiffuser: Der Phaeton hat aber auch mit Abstand den höchsten Anteil an Werkszulassungen, was ein schlechtes Zeichen ist. Der höhere (aber immernoch geringe) Anteil an Privatkunden entsteht nur durch den schändlich hohen Rabatt auf die Listenpreise.
    Mit einem Porsche ist nicht nur ein deutlich höherer Kaufpreis verbunden, der durch die exorbitante Aufpreisgestaltung bewirkt wird, sondern auch Unterhaltskosten jenseits von Gut und Böse. Dass die Stückzahlen des Panamera überschaubar bleiben ist also keineswegs dem Produkt als solches geschuldet.
    Im Übrigen wurde ja nicht behauptet, der Phaeton sei ein schlechtes Auto sondern nur, dass er sich schlecht verkauft und das ist nunmal Fakt. Und der Verkauf, der tatsächlich stattfindet, muss mit extremen Rabatten subventioniert werden - wie ja auch Ihre Leasingrate zeigt. Insofern war, ist und bleibt der Phaeton ein Flop - nicht als Fahrzeug, aber wirtschaftlich.
    PS: Auch die R-Klasse hat nurnoch wegen des Chinageschäfts eine minimale Daseinsberechtigung.

  • Ich finde es bescheuert,das man sich immer über Phaetonfahrer und das Auto lustig macht.Es ist ein wunderbarer Wagen und ich habe einen 3,0 TDI lang 4Sitzer Bj.2011 NP.130000€ für Leasingrate 790 Euronen Brutto ergattert.Nach GMD wie Neuwagen.Vollausstattung ohne DVD-Anlage.Fahre noch einen A7 Sportback,kommt aber an den Phaeton in keinster Weise ran.Hatte einen A8 4,2 TDI,der kostete aber schon 1360 € Netto in Vollausstattung.Will nur gemütlich reisen und muss und will mich mit niemanden messen.Mit Garantieverlängerung bin ich rundum bestens versorgt.Hinter dem "aufgeblasenen Passat" vermutet auch niemand so ein "Schätzchen"und das hat nicht nur Nachteile.Ich werde jedenfalls meinen Dicken weiterhin mit Genuss fahren,auch wenn er 9 Liter Diesel braucht,mein MB /8 Diesel hat auch 10 Liter gebraucht.und die früheren Scheunentore aus Amerika waren auch keine Kostverächter.
    Mit freundlichem Gruß an alle Phetionisten . Linsenopa

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