Murat Günak, der VW-Chefdesigner, soll Autos emotionaler machen - wie den neuen Passat
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„Wir werden Autos bringen, die man uns gar nicht zutraut.“ Das sagte VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder vor ein paar Jahren, kaum dass er den Chefsessel in Wolfsburg erklommen hatte.

FRANKFURT. Damit war klar, dass die Zeit der braven Durchschnittsautos, der unauffälligen Brot-und-Butter-Modelle, die sich manchmal zum verwechseln ähnlich sahen, endgültig vorbei ist. Der Mann, der den Stil kommender VW-Modelle prägen sollte, war auch schon ausgeguckt: Murat Günak.

Shootingstar seiner Zunft

In den 90er-Jahren wurde der in Istanbul geborene und als Sechzehnjähriger mit seiner Familie nach Deutschland gekommene Autodesigner zum Shootingstar seiner Zunft. Reihenweise flossen Karosserieformen aus seinem Zeichenstift, die von der Fachwelt ebenso wie von den Kunden begeistert aufgenommen wurden. Der klassisch proportionierte Mercedes-Roadster SLK etwa oder der Peugeot 206cc, das erste Minicabrio mit festem Klappdach. Bei Mercedes, wo er nach seinem Peugeot-Intermezzo von 1994 bis 1998 erneut anfing, galt es als ausgemacht, dass er irgendwann zum obersten Kreativen der Marke aufsteigen würde.

Doch dann kam das Angebot aus Wolfsburg. „Volkswagen ist nicht irgendeine Marke“, sagt Günak, wenn er erklären soll, warum ihn Pischetsrieders Offerte in die niedersächsische Provinz lockte. Dort wartete ein Berg von Arbeit auf ihn. Denn in Zeiten, in denen sich Automarken viel mehr durch das optische Erscheinungsbild ihrer Modelle unterscheiden als durch technische Finessen, kann eine ansprechende Karosserieoptik entscheidend zum Verkaufserfolg eines Autos beitragen. VW schwächelte, Günak und sein Team sollten neuen Erfolg herbeizeichnen.

Wie er sich das neue „Gesicht“ von VW vorstellte, zeigte der Chefkreative bereits fünf Monate nach seiner Ankunft: Auf der IAA im September 2003 präsentierte VW die silbern glänzende Roadster-Studie Concept R, einen grimmig gestylten, offenen Sportwagen mit „Luchsaugen und Nüstern“, wie Günak die raffiniert geschnittenen Scheinwerfer und Kühllufteinlässe an der Frontpartie nannte. Damit waren die ersten Regeln der neuen VW-Formensprache definiert.

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