Nachgefragt: Ulrich Bruhnke
„Wir zielen auf Sportwagenkunden“

Wird BMW mit dem M6 endgültig zum Porsche–Jäger?

Das würde ich so nicht sagen. Aber wir zielen mit dem zweitürigen Fahrzeug mehr noch als mit dem M 3 und M 5 auf die reine Sportwagen-Kundschaft, die sonst nur in Zweisitzer einsteigt. Den viertürigen M 5 kaufen dagegen auch Kunden, die mit ihrer Familie unterwegs sind.

Warum bauen sie nicht gleich einen Supersportwagen?

Zunächst kommt die Pflicht, dann die Kür. BMW braucht grundsätzlich keinen Supersportwagen, um ein sportliches Image zu bekommen, wie manche Konkurrenten es versuchen. Mit dem M6 setzen wir ein Signal, welches motorsportliche Potenzial in der M GmbH steckt. Und wir bringen die Leistung und Agilität mit unserem Konzept alltagstauglich auf die Straße. Mit dem M 6 machen wir einen großen Schritt nach vorne.

Und wann kommt ein M 1?

Grundsätzlich ist jede Modellreihe der Marke BMW M-tauglich. Aber auch die Wirtschaftlichkeit muss stimmen. Die 1er-Reihe wird noch nicht in den USA verkauft. Die Hälfte unserer Kunden kommt aber aus den USA. Ohne den US-Markt macht eine M-Version des kleinsten BMW-Modells keinen Sinn.

Kann sich das noch ändern?

Wir sind grundsätzlich bestrebt unsere Modellpalette auszuweiten.

Und wie steht es mit einer M-Version des X 5, um dem Cayenne von Porsche Konkurrenz zu machen?

Wir würden auf jeden Fall sicherstellen, dass so ein Fahrzeug zur M GmbH passt. Wir werden aber nichts tun, was unserer Philosophie der vom Motorsport abgeleiteten Agilität widerspricht.

Will sich BMW auch künftig an die Selbstbeschränkung auf 250 km/h halten?

Wir haben festgestellt, dass der Großteil unserer Kunden die elektronische Abriegelung von Tunern ausbauen lässt. Unsere Fahrzeuge haben hohe Leistungs- und Sicherheitsreserven. Wir betrachten es aber mit Sorge, wenn andere an unseren Fahrzeugen rumfummeln. Wir diskutieren mit dem Vorstand, ob und wie wir auf diesen Kundenwunsch reagieren werden. Aber es gibt noch keine Entscheidung.

Der M6 kommt jetzt 18 Monate nach Markteinführung der 6er Reihe. Warum brauchen Sie so lange?

Wir bauen ja nicht nur einen stärkeren Motor ein. Ein M-Fahrzeug ist ein eigenständig entwickeltes Automobil: Gewichtseinsparung durch den Einsatz von Carbon im Dach und in den Stoßfängern, 7-Gang SMG-Getriebe, Hochleistungsfahrwerk, geschmiedete Alu-Felgen, speziell entwickelte Reifen – all das sind neben dem V10-Hochdrehzahl-Motor eigene Entwicklungen. Aber wir versuchen den zeitlichen Versatz auf unter ein Jahr zu drücken.

Wieviel Serienfahrzeug steckt denn noch im M?

Ich würde grob sagen, etwa fünfzig Prozent der Wertschöpfung bei einem M-Fahrzeug entfallen auf die M GmbH.

Die Fragen stelle Martin-W. Buchenau.

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