Neuwagen-Kauf
Internet-Rabatte so hoch wie nie

Volkswagen mischt in der Rabattschlacht um Neuwagenkäufer kräftig mit. Das hat Auswirkungen auf das gesamte Nachlass-Niveau, wie eine aktuelle Studie zeigt. Auch bei den Eigenzulassungen langen manche kräftig hin.
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Derzeit sind viele Neuwagen mit besonders hohen Rabatten erhältlich. Wie aus einer aktuellen Preisstudie des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen hervorgeht, liegt der durchschnittliche Preisnachlass bei den 30 meistverkauften Privatkunden-Modellen im Oktober bei 20,7 Prozent. Im September lag der Wert noch bei 18 Prozent. Ausgewertet wurden die Nachlässe bei Internetvermittlern, die als Indikator für Händlerrabatte gelten. Seit 2010 waren sie noch nie so hoch.

Marktführer Volkswagen hat deutlich zur Steigerung des Rabattniveaus beigetragen. VW prägt mit seinem großen Marktanteil den deutschen Automarkt. „Wenn der Marktführer in den Rabattwettbewerb einsteigt, so wie im Monat Oktober, löst dies einen neue Rabatt-Welle aus“, so das Fazit des CAR-Direktors Ferdinand Dudenhöffer.

Als Beispiel für die hohen Händlerrabatte nennt der Auto-Professor Zeitunganzeigenkampagnen großer
Händlergruppen, die etwa neue VW Golf mit 25 Prozent Rabatt offerieren, den VW Up mit 26 Prozent und das Auslaufmodell Touran mit bis zu 30 Prozent Nachlass auf die offizielle Hersteller-Preisempfehlung anbieten.

Dudenhöffers Fazit: Solche Preiskampagnen hatte man bisher nur von Importeuren wie Fiat gekannt. Allerdings machen auch andere Premiumhersteller mit: BMW bietet etwa den 1er und X1 via Internetvermittler
mit 21 Rabatt feil.

Ein Instrument, einen verdeckten Rabatt zu gewähren, sind die Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern. Rund ein Drittel (32%) der im September neu zugelassenen Fahrzeuge wurden nicht an Kunden ausgeliefert, insgesamt 83.000 Stück. Die Fahrzeuge werden kurz angemeldet und kommen dann mit deutlichen Preisabschlägen als Tageszulassungen oder junge Gebrauchte wieder auf den Markt. Anders als offizielle Nachlässe bringen Eigenzulassungen das Preisniveau einer Marke nicht durcheinander, als positiven Nebeneffekt gibt es eine bessere Zulassungs-Statistik.

Einen Extremwert bei den Eigenzulassungen unter den deutschen Autobauern hat nach Dudenhöffers Beobachtung Opel erreicht. Trotz der Aussagen von Opel-Chef Neumann, er wolle die Marke aus dem Rabattwettbewerb herausholen, sind derzeit 51 Prozent aller zugelassenen Opel-Neuwagen Eigenzulassungen. 64 Prozent aller Opel Adam-Neuwagen wurden als Eigenzulassung angemeldet, beim Corsa betrug die Zahl 63 Prozent.

Nicht alle Hersteller nutzen das Instrument der Eigenzulassungen gleich stark. Besonders ausgiebig wurde es im September laut CAR bei Honda (73%), Fiat (51%) und Citroen (51%) eingesetzt. Dacia (8,5%), Smart (14%) und Volvo (19%) ließen am wenigsten Fahrzeuge selbst zu.

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