Pariser Automesse
Ferrari-Designer überraschen mit Elektroauto

Die Zeiten ändern sich: Die italienische Pininfarina-Gruppe war bisher für das Design der Sport-Boliden aus dem Hause Ferrari bekannt. Auf der Pariser Automesse präsentiert das Unternehmen gemeinsam mit dem französischen Mischkonzern Bolloré nun das erste in Serie gebaute reine Elektroauto für Europa. Mit dem klassischen Bild vom Öko-Auto hat der Kleine aber nur wenig gemein.

PARIS. Der Stand in der Halle 1 auf dem Pariser Messegelände ist dem Pressrummel nicht gewachsen. Fotografen und Kameraleute schieben und stöhnen, um sich die beste Ausgangsposition zu sichern. Schließlich gilt es, Fotos von einer Weltpremiere zu machen: Ein serienreifes Stromauto, das ab Januar bestellt werden kann. Noch ist der Wagen aber unter einem hellen Tuch verhüllt.

Die tumultartigen Szenen spielten sich auf der Pariser Automesse aber nicht bei Autogiganten wie Volkswagen oder Renault ab. Dort sind bestenfalls Hybrid-Autos zu sehen. Die Vermarktung eines Serienautos mit reinem Elektroantrieb in Europa wagen ausgerechnet zwei Mittelständler: Der französische Mischkonzern Bolloré und die italienische Pininfarina-Gruppe, bekannt als Designschmiede für Ferrari.

Im hinteren Teil des Pininfarina-Standes steht Vincent Bolloré und lächelt zufrieden. Er ist Großaktionär und Chef in Personalunion des Mischkonzerns, der seinen Namen trägt. Bolloré macht alles: Von der Feinpapierproduktion, Gratiszeitungen bis hin zum Schifftransport Richtung Afrika. Sein Unternehmen steuert dem B0, so der Arbeitstitel des viertürigen Stadtmobils, die Batterien zu. Pininfarina baut den Wagen in Italien.

"Als wir vor 15 Jahren anfingen, leistungsfähige Batterien für Autos zu entwickeln, wollte niemand etwas davon wissen", erklärt Bolloré vor der Presse. "Als wir vor zwei Jahren den ersten Prototypen vorgestellt haben, wurden wir noch belächelt" fährt er fort. "Heute wollen alle ein Elektro-Auto bauen, doch unseres gibt es schon ab nächstes Jahr zu kaufen."

Dann lüftet er den Vorhang über den Wagen. Das Surren der Kameras übertönt jedes Gespräch. Bolloré und Partner Paolo Pininfarina, der nach dem tragischen Unfalltod seines Bruders Andrea die Führung der Karosserie-Schmiede übernommen hat, sonnen sich im Blitzlichtgewitter und posieren neben dem weißen Gefährt.

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