Preiskampf bei E-Autos
Opel Ampera wird 16,5 Prozent billiger

Die Preisschlacht um die Autokäufer macht auch vor den alternativen Antrieben nicht halt, bei denen die Interessenten besonders zögerlich sind. Nach anderen Herstellern und kurz vor der IAA zieht Opel nun nach.
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Frankfurt/DüsseldorfIm Kampf um die bislang noch wenigen Käufer von Elektroautos in Europa drückt Opel den Ampera deutlich günstiger in den Markt. „Ab sofort gibt es den Innovationsträger Opel Ampera in Deutschland bereits ab 38.300 Euro. Das sind 7.600 Euro weniger als bisher bei identischer Ausstattung“, teilte die Adam Opel AG am Montag in Rüsselsheim mit. Der Hersteller versteht die Preissenkung als „wichtigen Anschub für diese noch immer zu wenig verbreitete, umweltfreundliche Art der Mobilität“.

Der Rüsselsheimer Hersteller bezeichnet seinen bis zu 161 km/h schnellen Ampera zwar als Elektroauto. Das seit 2011 produzierte Auto kommt mit seinem Elektromotor auch 40 bis 80 Kilometer weit, je nach Fahrweise. Danach schaltet sich aber - wie bei den Hybrid-Modellen anderer Hersteller - ein kleiner Verbrennungsmotor dazu als sogenannter Range Extender, der ledigleich die Akkus nachlädt, was Reichweiten von bis zu 500 Kilometern ermöglicht. Das Fahrzeug kostete bislang mindestens 45.900 Euro. Unter den knapp 3,1 Millionen Pkw, die im vergangenen Jahr in Deutschland neu zugelassen wurden, waren nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes 828 Ampera.

Hintergrund der aktuellen Preissenkung dürfte auch sein, dass BMW und Branchenriese VW auf der Weltleitmesse IAA eigene Elektroautos präsentieren. So startet der i3 noch in diesem Jahr bei rund 35.000 Euro, Volkwagens E-Up soll circa 27.000 und ist damit rund doppelt so teuer wie die Basis-Variante mit Verbrennungsmotor. Das Auto soll 130 Kilometer Reichweite haben. Auch der Verkaufsschlager des Konzerns, der Golf, rollt demnächst unter Strom über die Straßen mit einer Reichweite von bis zu 190 Kilometern. Zu den Händlern könnte der e-Golf Anfang 2014 kommen. Der Verkaufspreis ist noch nicht bekannt.

Bis Ende 2014 sollen insgesamt 16 neue Elektro-Modelle aus deutscher Produktion bei den Händlern stehen. Im Vorfeld der IAA kritisierte VDA-Präsident  Matthias Wissmann in diesem Zusammenhang die "rasante Zunahme der Energiepreise" scharf. Sie seien "die größte Sorge" der Fahrzeugindustrie. Wissmann: "Anders als viele Branchen bekommt die Automobilindustrie ja keinen Rabatt auf die immensen Stromkosten". Daher müsse die nächste Bundesregierung "die explodierenden Kosten der Umlage beim Erneuerbare-Energien-Gesetz in vernünftige Grenzen" zurückführen, verlangte Wissmann.

Auch andere Elektroautohersteller hatten ihre Preise unlängst nach unten angepasst. So senkte Nissan für die zweite Generation seines Leaf den Basispreis um 3.000 auf nun mehr mindestens 29.690 Euro (inkl. Batterie).

Ab November verkauft BMW sein erstes Elektroauto, das in großer Stückzahl gefertigt wird. Beim i3 handelt es sich um einen Kompaktwagen in Golf-Größe mit bis zu 160 Kilometern Reichweite und einem Kaufpreis ab 34.950 Euro. Ab 39.450 Euro will BMW eine Version des Autos mit zusätzlichem Benzinmotor verkaufen, der - falls nötig - Strom für den Akku erzeugt und dadurch die Reichweite auf um 300 Kilometer verlängert.
Unter der Kernmarke Mercedes-Benz verkauft Daimler bislang noch keinen Elektro-Pkw in großer Serie. 2014 soll die stromgetriebene B-Klasse auf den Markt kommen. Die Reichweite soll bei 200 Kilometern liegen, die Höchstgeschwindigkeit bei 160 Stundenkilometern.

Mit seiner Kleinwagenmarke Smart verkauft Daimler seit vergangenem Jahr Elektroautos. Die Flitzer kosten ab 23.680 Euro, wenn die Batterie mitgekauft und nicht über ein Mietmodell finanziert wird. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 125 Stundenkilometern, die Reichweite bei 145 Kilometern.
Schon 2009 präsentierte die Volkswagen-Tochter unter dem Namen e-tron einen stromgetriebenen Sportwagen. In den Verkauf ging das Modell jedoch nie. Derzeit gibt es bei Audi keine Pläne für reine Elektroautos.
Ford will in diesen Tagen mit seinem Modell Focus Electric durchstarten. Das Fahrzeug hat ein Maximaltempo von 137 Stundenkilometern und kommt bis zu 162 Kilometer weit. Der in Saarlouis produzierte Wagen ist ab knapp 40.000 Euro erhältlich.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • keine Antwort ist auch ne Antwort

  • Jetzt nich ausweichen, sie haben vom Cascada gesprochen´, also jetzt bitte eine Antwort, welches gleichgroße Cabrio 180kg leichter ist.
    Und jetzt Adam, wer ist den die "unmittelbare Konkurrenz", VW up?

  • Ich rede nicht von Katalog Werten sondern von Testwerten. Ab und zu beim Frisör die Hefte angeschaut und schon fällt auf:

    1. Opel Astra Diesel rund 3 bis 5 Zentner schwerer als VW, Ford, Peugeot, Toyota etc.
    2. Adam rund 1 bis 2 Zentner schwerer als die unmittelbare Konkurrenz.

    Was das für die Fahrleistungen, den Verbrauch und das Fahrgefühl bedeutet, muß nicht weiter erläutert werden.

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